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Frank, Michael


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 29.09.2008

Desaster des alten Regimes

Für die Süddeutsche Zeitung stellt der Rechtsruck bei den österreichischen Parlamentswahlen die Reaktion der Bürger auf den Parteienegoismus dar: "Dass es dabei die Volkspartei (ÖVP) noch stärker getroffen hat, ist nur gerecht: Sie hatte sich in einer Form von Destruktion gefallen, zu der nicht einmal die sonst so rachsüchtigen Sozialdemokraten (SPÖ) fähig waren. ... Der amtierende Vizekanzler Wilhelm Molterer ... wird abtreten müssen. Mit ihm aber wird sich die ÖVP auch eines düsteren Geistes entledigen können – des früheren Kanzlers Wolfgang Schüssel. ... Erledigt ist damit auch der Mythos, den Schüssel so gerne pflegte: Er habe durch die Regierungsbeteiligung des Rechtsaußen Jörg Haider im Jahr 2000 dessen Wirksamkeit und Charisma vernichtet. Von wegen: Haider hat das BZÖ, ein lächerliches ... Spaltprodukt seiner alten Freiheitlichen Partei (FPÖ) zur viertstärksten Partei gemacht. Soziale Verunsicherung in einem der blühendsten Länder Europas ist der Kern des österreichischen Desasters."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 12.03.2008

Österreich gedenkt 1938

Michael Frank glaubt, dass Österreich zu einem neuen Selbstbewusstsein gefunden hat, das ihm auch den Umgang mit der Vergangenheit leichter macht: "Tatsächlich hat sich die gefühlsmäßige Nationenwerdung Österreichs erst vor kurzem vollendet. Zwei weitere Elemente tragen das neue Selbstbewusstsein dieser heute glänzenden kleinen Republik. Der immense wirtschaftliche Erfolg, das Konzept des kleinen, hochfeinen Spezialitätenladens neben den Massen-Discountern hat das Land in die Spitzengruppe aller Wohlstandsranglisten befördert. Dahinter steht die EU-Mitgliedschaft. Seltsamerweise hat das geeinte Europa bei Österreichern einen schlechten Leumund, obwohl sie ihm verdanken, dass sie heute mit jedermann in dieser Welt auf Augenhöhe agieren können... Dank der Gemeinschaft der Gleichen ist auch im Inneren die Deutschlandfrage, dieses Gift, verflogen, die Gefühle, Österreich, es sei zu klein und zu schwach. Man braucht den großen Bruder nicht mehr, nicht als Vor-, nicht als Feindbild."

Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 20.06.2007

Wien wird zur Durchgangsstation

"Nach dem Untergang des Habsburgerreiches im Jahre 1918 macht erst heute seine einstige Hauptstadt Wien mit einer seiner letzten monumentalen Hinterlassenschaft Schluss", berichtet Michael Frank, denn Wien gibt seine Kopfbahnhöfe zugunsten eines Zentralbahnhofs auf. "Der Mittelpunkt ist - auch - zur Durchgangsstation geworden.... Wien, die einstige, gänzlich unumstrittene Metropole Mitteleuropas, war Anfang und Ende zugleich, war Ausgangspunkt allen Handels und Wandels und deren Endstation. Die Kaiserstadt empfing die Welt und entsandte ihre Emissäre in alle Welt. Durchgangsverkehr? Undenkbar. Deshalb endeten in Wien alle Züge oder wurden hier eingesetzt, in so entlegene Gegenden wie Triest, Krakau, Bukarest, Lemberg, Kaschau und Debrecen... Der Bau des neuen Wiener Zentralbahnhofs - 2013 soll er in Betrieb gehen - ist der mit Händen zu greifende, auf Schienen verlegte Wandel der Zeiten. Das austro-ungarische Imperium hat sein letztes Recht verloren, nämlich zumindest verkehrstechnisch Anfang und Ende allen Reisens in Mitteleuropa zu sein."

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