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Goubert, Guillaume
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Eine neue französisch-britische Freundschaft?
"Auf den ersten Blick scheint das heutige Treffen problematisch: Der extrovertierte Nicolas Sarkozy steht dem ernsten Gordon Brown gegenüber", findet Guillaume Goubert. "Aber schon jetzt gibt es eine paradoxe Komplimentarität zwischen dem ziemlich interventionistischen Konservativen und dem eher liberalen Linken. Wenn sie es schaffen, ihre Qualitäten zusammenzubringen, können sie bei vielen Themen Fortschritte erreichen, zum Beispiel bei der europäischen Verteidigung. Der Kontinent kann seine Sicherheit ohne ein klares Abkommen zwischen diesen beiden Ländern nicht verteidigen. London hält an seinen 'besonderen Beziehungen' zu den USA fest, Paris pflegt sein Image des rebellischen Verbündeten. Genau zwischen beiden Position verläuft der Weg auf militärischen Gebiet für ein reifes Europa: Weder Abhängigkeit noch Konfrontation im Verhältnis zu den USA."
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Der Vertrag von Lissabon hilft gegen die Eurokratie
Die französische Nationalversammlung und der Senat werden heute im Kongress zusammentreten, um über eine Verfassungsänderung abstimmen. Sie ist notwendig, damit der Vertrag von Lissabon ohne Volksabstimmung vom Parlament ratifiziert werden kann. Guillaume Goubert meint, der neue EU-Vertrag werde die Demokratie in Europa stärken. "Das derzeitige schlechte Funktionieren der europäischen Institutionen überlässt der europäischen Bürokratie zu viel Macht. Wenn diese Konstruktion nicht reformiert wird, dann wird man noch lange Zeit über die 'Eurokratie' schimpfen. Nach allgemeiner Einschätzung steigert der Vertrag von Lissabon die Verantwortung des Parlaments und des Europäischen Rats, was die demokratische Kontrolle des gesamten Systems verbessern wird... Das europäische Konstrukt hat schon immer nach dem Prinzip funktioniert, dass es unablässig überarbeitet wird. Das kann auch nicht anders sein: Nur mit Geduld und Ausdauer können sich die alten Nationen friedlich annähern."
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Hat Fernsehen ohne Werbung eine Chance?
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat vorgeschlagen, Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu verbieten. Guillaume Goubert kommentiert: "Fernsehen ohne Werbung wäre weniger denn je zuvor umsonst. Schon heute gibt es viele Franzosen, die murren, wenn sie die Gebühren zahlen sollen, mit denen 60 Prozent des Budgets der öffentlich-rechtlichen Medien bestritten wird. Wenn morgen bestimmte Sender nicht mehr den Zwängen der Werbung unterworfen wären, ihr Publikum aber schrumpfen würde, käme schnell das Argument auf: Warum soll ich für Sender zahlen, die nicht gesehen werden? Wenn die Öffentlich-Rechtlichen in der jetzigen Situation überleben wollen, müssen sie ein populäres Programm machen, das sich von den Privatsendern unterscheidet. Das ist eine echte Herausforderung in einer sich rasant verändernden audiovisuellen Landschaft. Die Jungen sehen anders Fern als die Älteren. Sie navigieren durch Bilder auf ihrem Computer und picken sich aus allen Programmen etwas heraus."
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Frankreich und die europäische Debatte
Dominique Goubert glaubt, dass sich Frankreich nach den Präsidentschaftswahlen wieder verstärkt europäisch engagieren wird. "Egal wie der nächste Staatschef heißen mag, er wird das europäische Abenteuer unbedingt fortführen wollen. Und er wird kein scheinheiliger Euro-Optimist sein: ... beide Kandidaten [Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy] sind bereit, Dogmen wie den Freihandel oder die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank über den Haufen zu werfen. Es wird für sie nicht einfach sein, den anderen EU-Mitgliedern ihre Ideen verständlich zu machen. Aber das lässt auf echte Diskussionen hoffen, eher auf europäischer Ebene als innerhalb der französischen Gesellschaft. Und das ist auch nötig. Viel zu lange hat dieser Prozess stillschweigend stattgefunden..., ohne dass die im Rahmen der EU gefällten Entscheidungen auf nationaler Ebene erklärt oder gerechtfertigt worden wären."
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Benedikt XVI. in Polen
Die katholische Tageszeitung kommentiert die Rede, die Papst Benedikt XVI. im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau über den Nationalsozialismus gehalten hat: "Sehr genau und gewissenhaft in der Analyse und der Verurteilung der Fakten, aber zurückhaltend in der Benennung der Verantwortlichkeiten von Personen und Völkern, zumal sie in der Vergangenheit angesiedelt sind. Der Papst wollte die Deutschen nicht kollektiv verurteilen für das, was unter der Herrschaft einer 'Gruppe von Kriminellen' geschehen ist... Seiner pädagogischen Berufung folgend hat Benedikt die Frage gestellt, die sich jeder stellt...: 'Wo war Gott in jenen Tagen?'... In der Zeit der schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts, das scheint uns Benedikt XVI. sagen zu wollen, hat Gott geschwiegen, weil zu viele Menschen geschwiegen haben. Weil zu viele Christen – die höchsten Entscheidungsträger der Kirche eingeschlossen – geschwiegen haben."
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