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György, Péter


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Népszabadság - Ungarn | 04.03.2008

Die riskante Ästhetik des Artur Żmijewski

Der Medienwissenschaftler Peter György porträtiert den polnischen Künstler Artur Żmijewski, dem derzeit eine Ausstellung in Budapest gewidmet ist. Gezeigt wird unter anderem das Video "80064", in dem ein Auschwitz-Überlebender seine Häftlingsnummer neu tätowieren lässt: "All die Provokationen Żmijewskis, seine mit kühlem Kopf durchdachten, komplizierten Werke zielen auf die polnische Gesellschaft ab - auf das Land, das sich als Opfer eines schrecklichen Krieges versteht. Denn Abwehrhaltung und Verdrängung können nicht mit humanistischer Pädagogik aufgelöst werden... Filme wie 'Roman eines Schicksallosen' oder 'Der Pianist' sind Musterexemplare für eine scheiternde humanistische Pädagogik, die Erlösung und Katharsis verspricht, selbst wenn es dafür keinen Grund gibt. Die ungleich kompliziertere und riskante Ästhetik, die Żmijewski verfolgt - die in ihren Werken neue Zusammenhänge und Horizonte schafft - zwingt zur Selbsterkenntnis. Sie beruhigt uns nicht, sondern sorgt für Verwirrung und bringt uns aus der Fassung."

Élet és Irodalom - Ungarn | 22.01.2008

Péter György über Nostalgie im Museum

Heimatmuseen und die großen Nationalmuseen sind gleichermaßen nostalgische Konzeptionen, kritisiert der ungarische Medienwissenschaftler Péter György und plädiert für Veränderung: "In diesen Ausstellungen geht es um eine Welt, in der die kulturellen Räume und Erzählungen unmissverständlich waren und genau arrangiert wurden. Die Vorherrschaft eines Kanons konnte nur durch einen Gegenkanon abgelöst werden... So wie sich die Bevölkerung einer Kleinstadt im Heimatmuseum auskannte, so wunderbar fanden sich Akademiker und Kunsthistoriker in den großen Kunstmuseen zurecht. In den Institutionen der zeitgenössischen Kunst hingegen gibt es keine universale Ordnung, kein Normsystem von Kanon und Gegenkanon. Wir finden uns kaum zurecht. Heute werden Kooperation, Relation, Gemeinschaft und Prozess immer wichtigere Begriffe - im Gegensatz zur Beständigkeit und Moderne des 19. Jahrhunderts."

Népszabadság - Ungarn | 02.01.2008

Ungarns unzeitgemäße Kulturpolitik

"Die Unterscheidung zwischen alternativer und staatlicher Kunst ein Erbe des Kádár-Regimes", meint der Medienwissenschaftler Péter György, der die ungarische Kulturpolitik als unzeitgemäß und unbeholfenen kritisiert. Erfreulich sei, dass trotzdem eine alternative, vom Staat unabhängige Infrastruktur für zeitgenössische bildende Kunst entstehe. "Das Ministerium und seine Institutionen nehmen von der Kunstszene nur das wahr, was unmittelbar mit Steuergeldern finanziert wird. Das ist peinlich. Es ist ja nicht so, dass die erfolgreichen zeitgenössischen Künstler auf die Anerkennung von offizieller Seite angewiesen wären. Vielmehr müsste der Staat erkennen, dass es in seinem eigenen Interesse wäre, sich an der Karriere dieser Künstler zu beteiligen. Seine Aufgabe wäre es, sich für die Zukunft der Institutionen einzusetzen, die nun in dem kulturellen Raum entstanden sind, in dem das Schicksal der ungarischen Kultur entschieden wird."

Élet és Irodalom - Ungarn | 07.07.2006

Das moderne Budapest

Peter György beklagt, dass der Budapester Bürgermeister keine Visionen für die Entwicklung der Stadt hat und stattdessen Grundstücksspekulanten freie Hand lässt. "Ohne eine echte öffentliche Debatte entsteht auf dem Heldenplatz ein Denkmal für den Aufstand von 1956, eine Art Mini-Version des Berliner Holocaust-Mahnmals. Die Budapester interessieren sich nicht mehr dafür, was in ihrer Stadt passiert - mit Ausnahme einiger 1956er Veteranen... Mit derselben Apathie nehmen sie die lukrativen Kitschbauten direkt am Ufer der Donau zur Kenntnis. Die Bürger haben es aufgegeben, sich in die Angelegenheiten der Stadt einzumischen... Dabei sollten sie einen neuen Gesellschaftsvertrag mit sich und ihren Politikern schließen. Sie sollten ihre Stadt in der Phantasie zurückerobern, damit sie ihnen im Alltag nicht fremd wird."

Élet és Irodalom - Ungarn | 19.05.2006

Die Qualität des ungarischen Fernsehens

Nach vielen Jahren wirft Peter György seinen Job als Fernsehkritiker des Magazins hin: Das ungarische Fernsehen sei so schlecht, erklärt György, dass er keine Lust mehr habe, sich damit zu befassen. Für die Zuschauer sei "die ungarische Gesellschaft, die Welt, in der sie leben, die zeitgenössische ungarische und europäische Kultur und der Großteil des nationalen Kulturerbes unsichtbar geworden." György will nicht länger ertragen, "dass sich die so genannten 'Ungarn von heute' für jedes Detail im Geschlechtsleben ihrer Zeitgenossen leidenschaftlich interessieren, aber nicht für Gedanken, die ihr eigenes Leben reflektieren."

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