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Presseschau / Autorenindex
Hahn, Dorothea
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Nicolas Sarkozy unter Druck
Dorothea Hahn meint, Sarkozys Taktik gehe nicht auf: "Fünf Monate nachdem Sarkozy sein Amt angetreten hat, ist nun der erste 'Bruch' da. Dieser Bruch betrifft allerdings nur das Privatleben des Staatspräsidenten und seiner bisherigen Gattin, und er war schon seit Monaten absehbar. Es hat etwas Obszönes, dass Sarkozy seine Trennung von seiner Ehefrau just an dem Tag bekannt gibt, an dem er mit den ersten ernsthaften Protesten gegen seine Politik konfrontiert ist. Die Nachricht aus dem Élysée-Palast wirkt daher wie ein Manöver, um der Streikbewegung die Schau zu stehlen. Dieses Manöver ist ihm nicht gelungen... Dieser Erfolg zeigt, dass die Methode Sarkozy nicht funktioniert. Er möchte tiefe Eingriffe ins soziale Netz dekretieren, ohne vorher auch nur zu verhandeln."
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Beginnt in Frankreich eine neue Ära?
Dorothea Hahn weist darauf hin, dass die Generation der 1968er in Frankreich nie an die Macht gekommen ist. "Die beiden KandidatInnen, die am Sonntag antreten, gingen im Frühling 1968 noch in die Schule. Doch sie markieren nicht nur wegen ihres Alters eine Kehrtwende, sondern auch wegen ihrer zur Schau getragenen politischen Werte. Beide schicken sich an, das Erbe ihrer Altvorderen über Bord zu werfen. Sowohl die Sozialdemokratin Ségolène Royal als auch der Rechte Nicolas Sarkozy treten für die Restauration von staatlichen, schulischen und familiären Werten und Autoritäten ein. Sie sprechen von einer Erneuerung der Moral. Von der Wiederherstellung der elterlichen Autorität. Und - im Fall der Sozialdemokratin Royal - sogar von der Einbeziehung von Militärs in die Umerziehung von straffällig gewordenen Jugendlichen. Der Wahlkampf der letzten Monate und das Duell am Mittwoch markieren die Abkehr von den libertären Prinzipien von 68, die jahrzehntelang Frankreich geprägt haben. Sie markieren eine politische Bewegung nach rechts. Eine Abkehr von den ewigen Jugendlichen des Mai 68."
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"Pädagogische Reduktion" im deutsch-französischen Geschichtsbuch
Dorothea Hahn ist enttäuscht vom ersten deutsch-französischen Geschichtsbuch, das in beiden Ländern eingesetzt werden soll. "Ein deutsch-französisches Geschichtsbuch kennt nur große Männer, große Ereignisse und große Institutionen... Was in diesem Schema stört, wird ausgeblendet. Der 'pädagogischen Reduktion' fallen selbst die langjährigen Militärdiktaturen in Spanien, Portugal, Griechenland zum Opfer. Das erinnert an die teleologische Geschichtsbeschreibung in der DDR. Die benutzte einst sogar die Bauernkriege des 16. Jahrhunderts, um den sozialistischen Staat auf deutschem Boden zu rechtfertigen. Dieses Mal führen alle Wege in die EU. Bleibt die Hoffnung auf die LehrerInnen in Frankreich und Deutschland. Von ihnen, und dem Zusatzmaterial, das sie ihren AbiturientInnen, ihren Bacheliers und Bachelières liefern, hängt ab, ob das Buch eine Werbebroschüre für die EU bleibt, oder zum Ausgangspunkt für kritische Erörterungen wird."
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Die Krise der europäischen Sozialmodelle
Dorothea Hahn fordert, andere EU-Länder sollten sich ein Beispiel an Frankreich nehmen. "Reaktionen auf die gestrigen Proteste müssen auch aus den anderen europäischen Hauptstädten und aus Brüssel kommen. Gestern fanden nicht nur in Frankreich, sondern auch in Großbritannien große Streiks statt, und die Proteste im öffentlichen Dienst in Deutschland gingen weiter. Diese Bewegungen richten sich gegen verschiedene Aspekte derselben in der EU koordinierten Politik: den Abbau von Sozial- und Arbeitsrechten. Nicht zufällig hat EU-Präsident Barroso auf dem EU-Gipfel die französische Spitze nachhaltig zum Durchhalten aufgefordert. Er hat die europäische Dimension der bislang nationalen sozialen Proteste verstanden."
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