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Presseschau / Autorenindex


Hamann, Sibylle


In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Presse - Österreich | 04.04.2007

Fortpflanzung: Stimmen Sie ab!

Sibylle Hamann verliert die Geduld mit der allgegenwärtigen Aufforderung im Internet, über die neuesten Nachrichten seine Meinung zum Besten zu geben. Anlass sind Votings über die Mutterschaft einer 66-Jährigen Österreicherin. "Jetzt kriegt eine gebildete, wohlhabende Frau ein Kind, das dritte übrigens, und wieder ist es 'verantwortungslos'. So wie es, aus der Sicht der Selbstgerechten, sowieso immer die Falschen sind, die sich fortpflanzen. Zu arm sind sie ('Die wollen nur das Kindergeld'), zu dunkelhäutig ('Die wollen uns umvolken'), zu jung, zu alt, zu dick, zu dumm, einer falschen Muttersprache mächtig. Oder auch zu privilegiert ('Die macht das ja nur, weil sie sich eine Kinderfrau leisten kann'). Da werden Zensuren verteilt, dass es nur so kracht. Eine Frau, die kinderlos bleibt, muss ebenso damit rechnen, öffentlich gemaßregelt zu werden, wie eine Mutter, die zum fünften Mal schwanger ist. Man bekommt beinahe Angst inmitten der eifernd fuchtelnden Zeigefinger. Sagen Sie Ihre Meinung! Stimmen Sie ab!"

Die Presse - Österreich | 05.07.2006

Populismus in Osteuropa

Die Journalistin Sibylle Hamann wendet sich in einem Gastkommentar direkt an die österreichischen Sozialdemokraten. "Die Smer, eine populistische Einmann-Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, hat die slowakische Wahl gewonnen, weil sie die Modernisierungsverlierer, die Ängstlichen und die Wütenden hinter sich schart. Das ist legitim. Das Gewässer, in dem sie da fischt, ist trübe, aber fischreich, die Grenzen zwischen Links und Rechts verschwimmen darin... Diese taktische Ausgangslage teilen die slowakischen Sozialdemokraten mit vielen sozialdemokratischen Parteien Europas. 'Smer' heißt allerdings Richtung. Um die Richtung zu kennen, muss man zumindest eine vage Ahnung davon haben, wo man steht. Wissen Sie, liebe Sozialdemokraten, das noch? Wenn ja - geben Sie Ihrem Genossen in Bratislava ein, zwei Hinweise? Freundschaft!"

Die Presse - Österreich | 17.05.2006

Ayaan Hirsi Ali verlässt die Niederlande

Sibylle Hamann nimmt die Vorwürfe, Ayaan Hirsi Ali habe die für sie geplante Zwangsverheiratung erfunden, zum Anlass, "darüber nachzudenken, warum wir von Opfergeschichten aus dem Orient nicht genug kriegen können. Ganze Abteilungen in Buchhandlungen sind inzwischen voll mit herzzerreißenden Autobiografien geschundener Frauen. Stets wurden sie verschleppt, verkauft, als Sklavinnen gehalten; gedemütigt, vergewaltigt, beschnitten, gequält. Wenn so ein Opfer seine Identität noch hinter einem Schleier verbirgt, dann reicht schon dieses Kleidungsstück als Schlüsselreiz, um dem Konsumenten wohlige Schauer des Mitleids über den Rücken zu jagen. Irgendetwas ist da faul.... Hier geht es längst nicht mehr um Frauenrechte, schon gar nicht um das Schicksal der konkreten, womöglich tatsächlich unterdrückten Asylwerberin nebenan. Sondern um kulturelle Selbstgerechtigkeit, das Schüren billiger Ressentiments, kaltes politisches Kalkül."

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