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Presseschau / Autorenindex
Hladnik-Milharcic, Ervin
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Europäisches Gefängnis
Die Tageszeitung Dnevnik befasst sich mit der europäischen Dimension der Gerichtsverhandlung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadžić, der seit seiner Festnahme im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofs im niederländischen Scheveningen einsitzt. "Hinter einer Betonmauer liegt das Gefängnis, in das der Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžić gesteckt wurde. Das Gefängnis in Scheveningen ist eine alte Institution. ... Die jugoslawischen Kriege waren eine europäische Geschichte ... und auch das Gericht befindet sich in Europa, woher kommen also die Menschen hinter der hohen Mauer am Strand von Scheveningen? Die Antwort liegt auf der Hand. Radovan Karadžić ist ein Europäer. Seine Opfer auch. Doch hier beginnt das Problem. Will eine Frau aus Srebrenica, deren gesamte Familie ermordet wurde, im Gerichtssaal sitzen, kann sie sich nicht einfach ins Auto setzten und nach Den Haag fahren. Wenn nicht schon vorher, wird sie spätestens an der slowenischen Grenze zurück geschickt. Sie trifft auf die Grenze zwischen Europa und der restlichen Welt. Sie muss sich ein Visum beschaffen für das die gleichen Bedingungen gelten wie für alle anderen Bürger aus der Dritten Welt."
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Wenn Europa ein Film wäre
Die Tageszeitung Delo vergleicht den amerikanischen Hollywood-Film, der rund um einen Helden aufgebaut wird mit dem europäischen Film, der intellektuell anspruchsvoller sein und den Zuschauer zum Mitdenken anregen will, und stellt sich einen Film über den Ratsvorsitz der EU vor. "Das irische Nein zum Referendum über den Vertrag von Lissabon wäre ein idealer Ausgangspunkt. Barroso, Berlusconi, Janša, Merkel und Sarkozy treffen sich spät abends in einer Bar in Dublin und warten auf die Resultate des Referendums. ... Die Atmosphäre ist gespannt, ... dann verkündet der Sprecher das negative Resultat. Die Helden sehen sich an, ... es kommt Bewegung in den Film. Wie bringt man diese Katastrophe kontinentaler Verhältnisse zu einem Happy-End? Es müsste schnell etwas geschehen. Doch aus den Gesichtern der fünf Helden ist zu erkennen, dass lange nichts geschehen wird. ... Die Iren haben Nein gesagt, obwohl sie in Wahrheit Ja sagen wollten. Es gilt nicht, was sie wirklich gesagt haben, sondern was sie eigentlich sagen wollten. ... Sagt noch jemand Nein, fangen wir von vorne an, und zwar langsam. Aber zuerst machen wir Urlaub. Vielleicht stellen wir im September fest, dass eigentlich nichts geschehen ist. Oder dass es egal ist."
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Internationale Kleidungsfragen
Die Tageszeitung Dnevnik reflektiert über die Bedeutung von Kleidung in der internationalen Politik: "Das Dorf Bazargan an der Grenze zwischen dem Iran und der Türkei ist ein schöner Ort für Überlegungen über den Einfluss der Modetrends auf die politische Kultur der Welt. Kommen die Iranerinnen von der einen Seite über die Grenze, stülpen sie sich schwarze Mäntel über und bedecken ihre Köpfe. ... Auf der linken Seite hat der oberste Gerichtshof vorige Woche ein Gesetz aufgehoben, das es Studentinnen auf staatlichen Universitäten bei Vorlesungen und Tests erlaubt, ihre Köpfe zu bedecken. ... Der neoislamistische Premier Erdogan reagierte im Parlament mit einer emotionalen Rede, in der er fast schrie, dass das Gericht Menschenrechte verletze. ... Es ist komisch, doch ist die Grenze zwischen Stoff und Haut in Istanbul und Teheran wichtiger als Autobomben und die EU-Perspektive."
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Ziel des EU-Beitritts vereint Türkei
Der Journalist Edvin Hladnik Milharcic widmet sich der Entstehungsgeschichte und der Gegenwart des modernen türkischen Staates: "Die Kemalisten, die in der Türkei ... seit den zwanziger Jahren regiert haben, sind in Verlegenheit. Nach Jahrzehnten der mehr oder weniger absoluten Regierung wurden sie von den Islamisten von Tayyip Erdogan aus den Regierungspalästen vertrieben Diese haben keine Schwierigkeiten mit der demokratischen und sozialen Natur des Staates, doch der Säkularismus ist ihnen ein Dorn im Auge. Nach Jahren wilder Polemiken wurde gläubigen Frauen an den Universitäten erlaubt, ein Kopftuch zu tragen. Die Nachfolger von Atatürk haben in ähnlichen Fällen traditionell einen Militärputsch durchgeführt und … erneut den absoluten Säkularismus des Staates eingeführt. Dies ist jetzt jedoch nicht mehr wirklich machbar, denn dadurch würde das politische Programm untergehen, das die Kemalisten und Islamisten in einem schönen demokratischen Nahkampf vereint: Beide Seiten wollen die Türkei in die EU eingliedern und sie passen den Staat den Normen an, die Europa als Eignungsprüfung aufstellt."
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Slobodan Milosevics Tod
Milosevic habe Faschismus mit Sozialismus verbunden, meint Ervin Hladnik-Milharcic und betont, er habe dabei große Unterstützung gehabt: "Von einer Station zur nächsten haben ihn Wahlen begleitet, bei denen er immer wieder mit überzeugender Mehrheit gewonnen hat. Nicht was er tat, war merkwürdig, sondern es war schockierend, dass er dafür die Unterstützung des Volkes bekam. Nach seinem Tod droht das in Vergessenheit zu geraten. Millionen von Mitbeteiligten werden versichern, nicht gewusst zu haben, was Milosevic getan hat."
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