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Presseschau / Autorenindex
Hubert-Rodier, Jacques
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Obamania
Die Wirtschaftszeitung Le Monde reflektiert über das Phänomen "Obamania" in Europa, und meint, dass die Europäer ihre Erwartungen an den nächsten US-Präsidenten nicht zu hoch schrauben sollten: "Wenn die Europäer am 4. November den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen könnten, wäre das Ergebnis zweifellos ... eine sehr breite Mehrheit ... für Barack Obama. ... Aber egal wie der Präsident heißen wird, oder ob ein Republikaner oder Demokrat am 20. Januar 2009 das Weiße Haus betreten wird – die Europäer erwarten zu viel von ihm. ... [Sie] erwarten eine radikale Kurskorrektur der amerikanischen Außenpolitik. ... Aber die Europäer sollten sich nichts vorgaukeln. ... Paradoxerweise, um eine so radikale Veränderung der amerikanischen Politik zu erreichen, wie die Europäer es sich heute wünschen, sollte sich Europa, das eine Wirtschafts- und Handelsmacht geworden ist, verändern und eine echte politische Persönlichkeit annehmen, um ein ernsthafter Partner der Vereinigten Staaten neben China, Russland und den anderen Schwellenmächten zu werden."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Europa, » USA
Identitätskrise der Türkei
Die französische Regierungspartei UMP plant, ein Pflichtreferendum zum EU-Beitritt der Türkei in die Verfassung aufzunehmen, was die Debatten um den Beitritt neu belebt hat. Die Wirtschaftstageszeitung Les Echos analysiert vor diesem Hintergrund die momentane Krise der Türkei und ihr Verhältnis zur Europäischen Union: "Alle Akteure der antiken Tragödie sind dabei: der Krieger, der Politiker, der Mönch und das Volk. Seit mehr als einem Jahr richtet sich die Türkei in einer institutionellen Krise ein, deren Auswirkungen für das östlichste Mitglied der NATO noch unvorhersehbar sind. ... Ursache dieser neuen Krise: Die Regierungspartei ... , die einen prinzipiell moderierten Islamismus vertritt, unterzieht sich einer Kraftprobe mit der türkischen Heeresmacht, die sich als Schützer der vom 'Kemalismus' inspirierten Laizität versteht. ... Um weiterzukommen, sind die Verhandlungen über einen möglichen EU-Beitritt die einzige Lösung, die sich der Türkei anbietet. ... Die Türkei darf aber auf keinen Fall den Vorwand eines verdunkelten europäischen Horizonts nutzen, um mit ihrem langen Reformweg aufzuhören.
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung / Nachbarschaft, » Innenpolitik, » Europa, » Türkei
Europa: Alptraum und Vorbild
Die Wirtschaftstageszeitung Les Echos analysiert die Wahrnehmung Europas in anderen Regionen der Welt und kommt zu dem Schluss, dass die Strahlkraft des alten Kontinents trotz interner Querelen noch immer stark ist: "Europa hat Pech. Räumlich ist es 'der kleinste und am unschärfsten umrissene Kontinent', liest man im [französischen Wörterbuch] Petit Robert. Politisch ist es anscheinend bestraft, 'eine kleine Insel' gegenüber einem aufgeblähten Amerika und einem aufsteigenden Asien zu bleiben. … Jedoch ist Europa nicht nur ein institutioneller Alptraum. … Wie die Prinzessin der griechischen Mythologie, die von Zeus entführt wurde und die Europa ihren Namen gegeben hat, verführt es andere Regionen. … Es ist eines der großen Paradoxa des beginnenden 21. Jahrhunderts. Einerseits versinkt Europa erneut in 'Europessimismus', mit einer gefährlichen Rückkehr der europäischen Völker zur Idee des Nationalstaats, ihrer Souveränität und der Angst vor der Immigration. Andererseits übt der europäische Aufbau auf andere Regionen der Welt eine echte Anziehungskraft aus. Im April schlug ein japanischer Think-Tank vor, sich am europäischen Weg zu orientieren, um die Versöhnung von Japan und China voranzutreiben."
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Krisensicheres Lateinamerika
Die Wirtschaftszeitung Les Echos beschreibt, wie Lateinamerika von der aktuellen Finanzkrise verschont wird: "Trotz des von der Subprime-Krise verursachten Sturms hält Lateinamerika wohl durch. Hat die alte Lebensweisheit, nach der 'die Vereinigten Staaten niesen und Lateinamerika davon einen Schnupfen bekommt', ihre Existenzberechtigung verloren? ... Der chinesische und indische Bedarf an Energie und das Strohfeuer der Öl- und Gaspreise sind ein Manna gerade für Exportländer wie Venezuela, Mexiko, Bolivien oder Ecuador. Ebenso ist Peking der größte Importeur von brasilianischen und argentinischen Produkten wie Soja oder von chilenischem oder peruanischem Kupfer geworden. Ein unverhoffter Partner, der zahlreichen Ländern gestattete, ihre Währungsreserven aufzufüllen."
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Die EU und Russland wollen ihre Beziehungen verbessern
Für Jacques Hubert-Rudier "nimmt Russland wieder seinen Platz in der Weltpolitik ein und versucht den Verlust an Einfluss auf das Weltgeschehen, den es unter Boris Jelzin erlitten hatte, wettzumachen. Zumindest ist sein Handeln von dem Versuch geprägt, seine Faszination für den Westen und seinen Abscheu in ein Gleichgewicht zu bringen. Das wiederum erschwert es, seine außenpolitischen Entscheidungen zu durchschauen. Grundsätzlich ist es Wladimir Putin gelungen, große Handlungsfreiräume auf internationaler Ebene zurückzugewinnen. Dieser Gewinn wurde nicht nur auf politischer Ebene errungen, angesichts der Tatsache, dass Amerika seinen Status als Hypermacht - ein Begriff, den der ehemalige französische Außenminister Hubert Védrine geprägt hat - durch sein Wagnis im Irak geschmälert sieht, oder auch angesichts der institutionellen Krise der EU. Er wurde auch auf finanzieller Ebene errungen: Russland hat seine Abhängigkeit gegenüber der Außenwelt verringert, was einen deutlich Bruch zu der Zeit Boris Jelzins darstellt."
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