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02.12.2008

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Presseschau / Autorenindex


Hunt, Tristram

British historian, broadcaster and newspaper columnist.


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


The Guardian - Großbritannien | 23.07.2008

Balkanisierung Großbritanniens?

Der Historiker Tristram Hunt macht sich in der Tageszeitung The Guardian aus Anlass der Nachwahl zum Unterhaus im Stadtteil Glasgow East Gedanken über die Zukunft des Vereinigten Königreichs: "Statt den Nationalismus auszurotten, haben das schottische Parlament und die walisische Nationalversammlung nur die Rufe über die Parteigrenzen hinweg intensiviert, die nach der Balkanisierung Großbritanniens verlangen. ... Hier ist das Albtraum-Szenario: Eine Regierung unter der Schottischen Nationalpartei führt weiterhin in [dem schottischen Regierungssitz] Holyrood und versucht, ein Unabhängigkeitsreferendum zu erreichen. Währenddessen sieht eine Tory-Regierung in Westminster, die ohne einen einzigen schottischen Sitz ins Amt gewählt wurde, keinen Grund, warum sie ein System verteidigen soll, dass 39 schottische Labour-Abgeordnete ins Unterhaus befördert. Nach 2010 werden die beiden regierenden Parteien in Edinburgh und London auf ihr eigenes Wahlinteresse schauen und die Vernichtung der Union signalisieren. ... Es wurde Gordon Brown überlassen, die Union mit seinen hehren Worten über Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und dem 'British way of life' wieder zusammenzuschweißen. Die schreckliche Wahrheit ist, dass der Lauf der Geschichte eine andere Richtung einschlägt. Von der Slowakei bis zum Kosovo bis zur Nation, die vormals als Belgien bekannt war, geht der Trend zu kleineren, ethnisch kodifizierten nationalen Einheiten auf Kosten breiterer ziviler Föderationen."

The Guardian - Großbritannien | 06.11.2007

Der Glanz des viktorianischen Zeitalters

Tristram Hunt hat sich den neu eröffneten St. Pancras-Bahnhof in London angesehen und ist begeistert. Die Station wurde 1867 erbaut und nach Umbauten am 6. November für den Eurostar wiedereröffnet. "Sie verkörpert all die vulgären Frechheiten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: Reichtum, Großmachtstreben, Technologie und Anmaßung. St. Pancras steht aber auch für die viktorianische Prägung unserer Städte, für Bürgerstolz und öffentlichen Raum... Mit seinen Champagner-Bars und nur zwei Stunden von Paris entfernt, könnte St. Pancras heute als ein weiterer Bestandteil einer überhitzten Hauptstadt abgetan werden. Man würde damit aber der nationalen Errungenschaft des visionären Architekten Alastair Lansley Unrecht tun... Im echten viktorianischen Stil hat Lansley den kommerziellen Raum zurück in Bürgerhand gegeben... Reklametafeln wurden zurückgedrängt und der Zauber des Reisens wiederbelebt. Viktorianer haben den Profit verehrt, aber sie haben auch an einen öffentlichen Raum der Architektur, der Gestaltung und Erholung geglaubt. Der wiedereröffnete St. Pancras-Bahnhof trifft das genau."

The Guardian - Großbritannien | 23.08.2007

Das Museum der Geschichte der Sklaverei in Liverpool

Am 23. August wird in Liverpool das erste Internationale Museum der Geschichte der Sklaverei eröffnet. Der Historiker Tristram Hunt sieht darin einen "mutigen Schritt raus aus der Sackgasse von Schuld und Entschuldigung". "Es ist ein angemessener Beitrag zum 200. Jahrestag der Abschaffung des Sklavenhandels... Die Stadt Liverpool nannte einst die größte Flotte von Sklavenschiffen in der Geschichte des Sklavenhandels ihr eigen... Teile des rassistischen Erbes leben bis heute fort. Der Mord an dem schwarzen Teenager Anthony Walker und das unerfreuliche Auftauchen der [rechtsnationalen] BNP zeugen von dieser Gefahr. Die Innenstädte müssen in diesem Sommer mit einer gefährlichen Mischung aus Waffen, Gangs und Arbeitslosigkeit fertig werden. Aus diesem Grund ist der Ansatz des Internationalen Museums der Sklaverei, sich dem Erbe der Sklaverei zu stellen, so wichtig."

The Guardian - Großbritannien | 22.05.2007

Feuer auf der Cutty Sark

"Die Cutty Sark ist ein wichtiger Anhaltspunkt beim Londoner Marathon, eine erstaunlich haltbare Touristenattraktion für Fremde und Einheimische und fast so etwas wie eine nationale Ikone", schreibt der Historiker Tristram Hunt über das Museumsschiff aus dem 19. Jahrhundert, das am 21. Mai Feuer gefangen hat. "Die Vergangenheit des Schiffes ist einerseits eine Geschichte von Seefahrer-Glück, des Britischen und imperialer Machtpolitik. Andererseits ist es eine Geschichte von weltweitem Handel und gegenseitiger kultureller Befruchtung. Zum Glück hat sich der Cutty Sark Trust wunderbar um das Schiff gekümmert und mit Chinesen, Australiern und Brasilianern gemeinsam ein sehr differenziertes Bild zusammengetragen: von der Vergangenheit des Schiffes und von seiner Gegenwart im modernen multikulturellen London. Es ist die globale Geschichte des Britischen, die weit über das alte Klischee von der Hochsee und imperialer Wohltätigkeit hinaus geht. Aus diesem Grund sind seit 1959, seit das Schiff in Greenwich vor Anker liegt, rund 14 Millionen Menschen an Bord gegangen."

The Observer - Großbritannien | 31.01.2006

Stadt-Staaten

Der Journalist Tristram Hunt glaubt, dass die Schaffung moderner Stadt-Staaten in Großbritannien der wirtschaftlichen Entwicklung von Ballungsgebieten wie Manchester oder Birmingham wieder Auftrieb geben könnte. Der Erfolg dieses Modells auf dem europäischen Festland könnte als Vorbild dienen. "Das deutsche System der dezentralen Macht bedeutet, dass trotz des bundesweit gebremsten Wirtschaftswachstums 15 deutsche Städte zu den europaweit erfolgreichsten urbanen Zentren gehören. Vieles davon ist einer schlüssigen Regionalplanung zu verdanken... In Großbritannien ist diese Ambition - mit Ausnahme des nach mehr Autonomie strebenden Londons - kaum vorhanden, weil wir ein Demokratiedefizit haben... Doch unabhängig davon, wie die britischen Städte ihr Ziel erreichen wollen, Londons Dominanz einzuschränken und den Städten auf dem Kontinent Konkurrenz zu machen - sie müssen zunächst anfangen, wie Stadt-Staaten zu denken und nicht wie Kirchengemeinden."

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