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Jähner, Harald
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Der erste Dokumentarfilm im Wettbewerb der Berlinale
"Noch nie zuvor hat es ein Dokumentarfilm in den Berlinale-Wettbewerb geschafft. Dass es als erstem Errol Morris' Film über die Hintergründe des Folterskandals von Abu Ghraib gelungen ist, sagt etwas aus über die Bilderverfallenheit unserer Kultur", schreibt Harald Jähner über "Standard Operating Procedure". "Es ist ein Film über die Zustände im größten Militärgefängnis im Irak - im besonderen aber ein Dokumentarfilm über die Macht der Bilder, über Sadismus und Voyeurismus und eine besonders perfide Form des Amateurkinos und der Fotografie, gedreht und geknipst auf drei Digitalkameras von US-Soldaten." Jähner findet jedoch das Vorgehen von Morris "fragwürdig": "Der Oscarpreisträger hat sich einen Namen gemacht als 'impressionistischer' Dokumentarfilmer, der um keine Designidee verlegen ist. Morris ist ein Meister der nachträglichen Inszenierung, der weiß, wie man Dokumentarfilmen Schauwerte verleiht, die es ästhetisch mit jedem spektakulären Spielfilm aufnehmen können. Hier nimmt er es mit den grausigen Regisseuren von Abu Ghraib auf - und scheitert."
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Deutsche Blicke auf Europa
Im Brüsseler Palais des Beaux-Arts wird zur Zeit eine Ausstellung mit Werken deutscher Malerei aus dem 19. Jahrhundert gezeigt: 150 Gemälde, "die zu den besten der deutschen Kunstgeschichte zählen" und deutsche Blicke auf die europäischen Nachbarn werfen. Harald Jähner hat die Ausstellung besucht und findet, Deutschland präsentiere sich als "strebsames Land voller Vorbild-Europäer, EU-Bürger im Geiste seit alters her... Der deutsche Sonderweg führt in dieser Interpretation der Geschichte einmal nicht aus der Kleinstaaterei in die nationalistische, sondern in die europäische Richtung: Die Ausstellung zeigt eine von den Kulturen der Nachbarn begeisterte, höchst beeinflussbare Nation von weltbürgerlich gesinnten Künstlern, denen kaum etwas so fremd scheint wie die ansonsten kulturhistorisch als typisch deutsch geltenden Eigenschaften der Eigenbrötelei, der Geheimniskrämerei, der Vorliebe fürs Dunkle, Tiefe und Autoritäre."
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Wird "Idomeneo" in Berlin nun doch gespielt?
Harald Jähner berichtet von der gestrigen Diskussion um die Absetzung des "Idomeneo" in der Deutschen Oper, die unter anderem mit Berlins Innensenator Ehrhart Körting, Berlins Kultursenator Thomas Flierl und der Intendantin der Deutschen Oper Kirsten Harms besetzt war. "Diese Gesellschaft dort auf dem Podium, stellvertretend bestückt für die ganze Gesellschaft, ist sich bei allen Unterschieden der Bedeutung der Freiheitswerte lebhaft bewusst. Jenseits der Schuldfrage weiß hier nun jeder, dass die Absetzung des Stücks falsch war. Es sind eben auch Dummheiten, die den Geist schärfen. Kirsten Harms ist bereit, Idomeneo wieder auf den Spielplan zu nehmen. Für diesen Fall, sagt sie, und nun strahlt sie, die Siegerin dieser Veranstaltung, in den Saal, 'erbitte ich sehr herzlich ein schlüssiges Sicherheitskonzept.'"
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