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Jancsó, Miklós
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Miklós Jancsó über das Filmen als alltägliche Ausdrucksweise
Mit seiner eigenwilligen Kameraführung und seinen expressionistischen Bildkompositionen ist der ungarische Regisseur Miklós Jancsó in den 1960er Jahren international bekannt geworden. Seit der Wende dreht er nur noch bitterböse Komödien. Über die Gegenwart könne man nur lachen, sagt Jancsó im Gespräch mit Tamás Vajna. "Ich gebe zu: Blödsinn zu machen ist auch altersbedingt. In der Kindheit denkt man, man werde ewig leben und man nimmt sich selbst sehr ernst. Wenn das Ende des Lebens in sichtbare Nähe rückt, fragt man sich, was das Ganze eigentlich sollte." Filme seien inzwischen ein Teil der Alltagskultur geworden, fährt Jancsó fort, Filmen eine elementare Kulturtechnik: "Die Filmsprache ist eine alltägliche Ausdrucksform geworden. Die Kamera ist heute so etwas wie früher ein Stift. Es kam ganz genauso, wie Alexandre Astruc, ein Vertreter der französischen Nouvelle Vague, es prophezeit hat. Letztes Jahr fand in Kapolcs das erste Festival statt, auf dem nur mit Handys gedrehte Filme zu sehen waren. Filmemachen ist heute so etwas wie Schreiben und Lesen."
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