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02.12.2008

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Jandourek, Jan


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Mladá fronta DNES - Tschechien | 18.11.2008

Jan Jandourek über die Nostalgie in Tschechien

Tschechien hat am Montag der Samtrevolution vor 19 Jahren gedacht, die dem totalitären kommunistischem Regime der damaligen Tschechoslowakei (CSSR) ein Ende setzte. In der liberalen Tageszeitung Mladá fronta DNES reflektiert Jan Jandurek über aktuelle Umfragen, in denen viele Tschechen nostalgische Gefühle gegenüber der Vorwendezeit geäußert haben. "Es war nicht alles schlecht, sagt man über die Ära der Kommunisten. Sicher, in den Zwangsarbeitslagern beispielsweise gab es keine Arbeitslosigkeit. ... Wir streichen aus unserem Gedächtnis häufig alles Unangenehme, zumal wir wissen, dass am Ende alles gut ausgegangen ist. Uns ist klar, dass ein politischer Gefangener aus den Urangruben nicht viel Grund zur Nostalgie hat, weil die Geschichte nach wie vor in ihm lebt. Praktisch kein Verbrechen der Kommunisten wurde gesühnt. Dabei haben sie vieles zugrunde gerichtet: Institutionen, Schulen, politische Parteien, Vereinigungen, Kleinunternehmer und Mittelständler oder private Bauern, die alle Träger historischer Erinnerungen wären. Auch die physische Liquidierung oder Abschiebung ins Exil trug zur Unterbrechung der Kontinuität und zum Verlust von Traditionen bei. ... Nein, in der CSSR - ähnlich wie auf der Titanic - war nicht alles schlecht. Aber alles in allem war es eine ziemliche Katastrophe."

Mladá fronta DNES - Tschechien | 25.02.2008

Klimaerwärmung bremst revolutionäre Tschechen

Jan Jandourek lästert über ein tschechisches Phänomen: Revolutionäre Ereignisse fanden stets in der kalten Jahreszeit statt. "Bislang hat niemand den Einfluss des Wetters auf unsere Geschichte untersucht. Dabei war immer Winter: 1918 bei der Entstehung der Tschechoslowakei, beim Februarputsch 1948, während der Wende 1989. Die Charta 77 entstand am 1. Januar 1977... Weshalb neigen die Tschechen zu revolutionären Schritten immer dann, wenn man eigentlich bequem am warmen Ofen sitzen könnte? Das werden wir nie erfahren. Doch drängt sich der Gedanke auf, dass die Welt aufgrund der Klimaerwärmung von den Tschechen in absehbarer Zeit nichts Revolutionäres mehr erwarten kann."

Mladá fronta DNES - Tschechien | 02.11.2007

Späte Sühne für stalinistischen Schauprozess

Ein tschechisches Gericht hat die heute 86-jährige Ludmila Brozova-Polednova zu acht Jahren Haft verurteilt, weil sie 1950 als Richterin in einem der Aufsehen erregendsten stalinistischen Schauprozesse in Prag mitgewirkt hatte. Damals wurde die ehemalige Widerstandskämpferin und demokratische Abgeordnete Milada Horakova wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilt. Brozova-Polednova wird ihre Haftstrafe wegen ihres schlechten Gesundheitszustands vermutlich nicht antreten müssen. "Trotzdem", befindet Jan Jandourek, "ist es gut, dass es zu diesem Urteil gekommen ist. So kann man wenigstens nicht sagen, es sei niemand für die damaligen Verbrechen verurteilt worden. Der Versuch, eine gewisse Gerechtigkeit herzustellen, kam allerdings sehr spät. Das ist aber kein tschechisches Spezifikum. Viele von Hitlers Helfershelfern flüchteten vor der Entnazifizierung und ließen es sich in Ost- und Westdeutschland gut gehen. Ähnlich verhielt es sich in Italien, Spanien, Chile oder Russland. Bei einem unblutigen Übergang von einer Diktatur zur Demokratie schlüpfen viele Raubfische durchs Netz. Umso wichtiger ist es, ihre Taten immer wieder ans Licht zu zerren."

Mladá fronta DNES - Tschechien | 19.02.2007

Neue Runde im Streit um den Prager Veitsdom

Der seit langem schwelende Streit über die Eigentumsrechte am berühmten Prager Veitsdom geht in eine neue Runde. Das Oberste Gericht hat eine Entscheidung des Prager Stadtgerichtes kassiert, der zufolge das Gotteshaus der Kirche gehört. Jetzt heißt es wieder, die Kirche gehöre "allen tschechoslowakischen Menschen", wie es 1954 von der Kommunistischen Partei bestimmt worden war. Jan Jandourek kommentiert: "Das klingt erhaben, aber nur so lange, bis wir uns bewusst machen, was das eigentlich heißt. Es handelt sich nämlich schlicht um Diebstahl. Die Bemerkung, dass seinerzeit niemand dagegen protestiert habe, dass der kommunistische Raub ins Grundbuch eingetragen wurde, ist lächerlich. Wer hätte in den 1950er Jahren die Courage gehabt, aufzumucken? Die Bischöfe waren im Gefängnis, und wer sich in Freiheit befand, hatte wenig Lust auf Haft."

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