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Presseschau / Autorenindex
Johnson, Dominic
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Europas unfairer Dialog mit Afrika
Auf einem EU-Afrika-Gipfel in Paris hat die EU gestern bei den afrikanischen Partnerländern um Unterstützung für ihren Migrationspakt geworben. Die tageszeitung bezeichnet die Partnerschaft als unfair. "So stellt sich die Europäische Union den Dialog mit Afrika vor: Erst machen die Europäer unter sich einen politischen Kurs aus. Dann werden die Afrikaner gebeten, ihm zuzustimmen. Das heißt dann Partnerschaft. Auf dieser Grundlage sollen nun afrikanische Regierungen in die Pflicht genommen werden, gegen Entgegennahme von Entwicklungshilfe ihre Bürger zu knebeln, wenn diese auf die leichtfertige Idee kommen sollten, nach Europa auswandern zu wollen, ohne dass jemand in Europa sie darum gebeten hätte. ... Kann so die Zukunft der europäisch-afrikanischen Beziehungen aussehen?"
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Fehlende Aufarbeitung
"Eine ehrliche Aufarbeitung der französischen Unrechtspolitik in Afrika steht aus", bemängelt die tageszeitung. "Ruanda bleibt in Paris ein Tabu. Man spricht höchstens von 'Irrtümern', was ungefähr so ist, als bezeichne Radovan Karadžić das Massaker von Srebrenica als ein Versehen. Auch jetzt möchte das offizielle Paris den neuen Untersuchungsbericht am liebsten durch Ignorieren aus der Welt schaffen, statt sich den Tatsachen zu stellen. Die Menschen in Ruanda, ob Opfer oder Täter, haben Besseres verdient. Sie wollen wissen, warum ihr Land damals in eine Apokalypse getrieben wurde. Der [ruandische] Bericht geht mit gutem Beispiel voran. Jetzt sollten die darin Genannten mit der Vergangenheit ehrlich umgehen."
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Neue europäische Flüchtlingspolitik nötig
Nach dem erneuten Sturm afrikanischer Flüchtlinge auf die spanische Exklave Melilla fordert die linke tageszeitung eine neue Strategie gegenüber afrikanischer Migranten. "Wo wäre der europäische Fußball ohne Spieler aus Afrika oder anderen außereuropäischen Kontinenten? ... Wenn es Europa passt, werden Afrikaner gerne aufgenommen und als Europäer ausgegeben. Wenn es Europa nicht passt, werden sie an Grenzzäunen mit der Waffe abgedrängt, in Abschiebehaft wie Dreck behandelt und im Meer dem Ertrinken preisgegeben. Illegale Einwanderung von Afrika nach Europa wird in der Politik gerne als Menschenhandel denunziert. ... Wenn Europa damit einen korrekten Umgang finden will, muss es mit den Migranten direkt ins Gespräch kommen. Verhandlungen über europäische Migrations- und Flüchtlingspolitik müssen mit den Verbänden der Migranten hier und in den Transitländern sowie mit gesellschaftlichen Gruppen und Wirtschaftsverbänden in den Herkunftsländern geführt werden, nicht bloß mit den Regierungen, vor denen die Leute weggelaufen sind."
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Salonfähige Pogrome
Dominic Johnson kommentiert die Gewalt gegen Ausländer in Südafrika: "In Italien werden dieser Tage Roma gejagt, in Südafrika Zuwanderer aus Simbabwe. Fremdenfeindliche Pogrome sind offenbar salonfähig geworden. ... In Neapel kam es zu gezielten Brandschatzungen des Pöbels gegen Roma-Elendsbaracken. ... Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Parole 'Ausländer raus!' einmal Afrika und Europa einen könnte? ... In unzähligen Ländern der Welt werden politische Machtkämpfe mit dem demagogischen Mittel der ethnischen, religiösen oder geografisch-regionalen Frontenbildung ausgetragen. ... Was ist gegen diese Herrschaft der Xenophobie zu tun? Gebrochen werden muss der politische Konsens, wonach die Anwesenheit von 'Fremden' an sich ein Problem ist, für das eine Lösung gefunden werden muss."
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Die schwierige Eufor-Mission im Tschad
Niemand werde die Eufor-Truppe vermissen, die nun wegen des Krieges vorerst nicht in der Krisenregion eingesetzt werden wird, findet Dominic Johnson. "Schmerzlich vermisst, vor allem von zivilgesellschaftlichen Kräften des Landes, wird aber mehr europäisches Engagement zur Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Erst vergangenes Jahr vereinbarte die Regierung auf EU-Druck Schritte zu freien Wahlen unter Einbeziehung der Opposition in die Vorbereitung. Statt diese voranzutreiben, konzentrierte sich die Europäische Union dann allein auf ihre von Frankreich gewollte Eingreiftruppe. Wenn schon dem Ausland nur militärische Mittel zum Umgang mit dem Tschad einfallen - wer soll dann im Land auf Frieden setzen?"
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