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Kivu, Mircea
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Rumänische Aufarbeitungsbehörde darf kein Urteil fällen
Die rumänische Regierung hat per Eilerlass die Weiterarbeit der Behörde zur Aufarbeitung der Securitate-Akten verfügt. Die Behörde wird allerdings künftig nur noch Akten veröffentlichen. Das Urteil darüber, ob jemand gespitzelt hat, wird von einem Gericht gefällt. Mircea Kivu kommentiert: "Die Behörde wurde gegründet, um der Gesellschaft zu erklären, wer von den staatlichen Würdenträgern und Kandidaten für die Securitate gespitzelt hat. Jetzt hat die Behörde kein Recht mehr zu sagen, wer früher Spitzel war und wer nicht... Wenn wir darauf warten, dass die Gerichte über das Ausmaß der Securitate-Mitarbeit entscheiden, ist das nicht nur absurd, weil damit die Wölfe über die Schafe richten, sondern die Entscheidungen werden genauso langsam getroffen werden, wie derzeit die Korruptionsprozesse verzögert werden. Denn Ergebnisse soll es schließlich erst nach den Wahlen geben."
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Schneechaos in Bukarest
Es hat heftig geschneit in den vergangenen Tagen, in Bukarest herrschte Verkehrschaos, die Stadtverwaltung ließ nicht räumen. Mircea Kivu schreibt: "Leider mussten wir sehr schnell lernen, dass die zauberhaft verschneite Stadt auch funktionieren muss. Doch sie funktionierte nicht. Die Flugzeuge blieben am Boden, niemanden räumte den Schnee. Der Bürgermeister erklärte zynisch, der Schnee könne nicht bewegt werden, da sich niemand verantwortlich fühle. Außerdem wisse man nicht, wohin mit dem Schnee. Im unendlichen Streit zwischen den Verwaltungen blieb der Bürger hilflos zurück, mit der Schaufel in der Hand."
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Italienische Justiz geht gegen Roma vor
Mircea Kivu meint: "Die Statistik ist trist: Zwei Drittel der verurteilten ausländischen Straftäter in Italien sind Rumänen. Die rumänische Presse betont hingegen, der Täter in Italien sei ein Roma [und kein Rumäne] gewesen. Das gleicht einer Ausrede. In der Regel setzt eine Auswanderung eine mangelhafte Integration in die eigene Gesellschaft voraus... Es wurde entsetzlich viel Geld für die Integration der Roma ausgegeben. Seit 2001 gibt es sogar eine Regierungsstrategie für diesen Bereich. Doch Ergebnisse sind bisher leider kaum sichtbar. Uns damit rein zu waschen, dass die Täter Roma sein könnten, zeugt neben einem problematischen Verständnis des Begriffs 'Staatsbürgerschaft' auch von vollständiger Verantwortungslosigkeit. Letztlich ist am großen Chaos bei den Roma die gesamte rumänische Gesellschaft schuld."
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Pilgerfahrten im Medienzeitalter
Vergangene Woche haben sich hunderttausende Pilger, Prominente und Politiker in der Kathedrale von Iaşi versammelt, um der Heiligen Paraschiva zu gedenken, deren Gebeine dort ruhen sollen. Mircea Kivu kritisiert die Live-Übertragung der Pilgerfahrt: "Durch die exzessive Berichterstattung in den Medien verlieren religiöse Feiern ihren heiligen Charakter, sie werden immer profaner. Die Menschen nutzen die Gelegenheit, sich per Handy mit den anwesenden Stars zu fotografieren, später kleben sie das Photo neben die Ikone... Zweifellos sind unter den hunderttausend Pilgern auch Menschen zu finden, die mitten in der Nacht in echter Demut vor kirchlichen Symbolen wie den Gebeinen der Heiligen Paraschiva erschaudern. Doch immer häufiger sind Gläubige zu hören, die vor laufender Kamera erzählen, welche Hoffnung sie haben, dass ihnen Gott ihre Mühen vergilt, sie von ihren Krankheiten heilt, aus ihrer Armut erlöst... Die Leute beten nicht mehr, sie fordern."
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