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Presseschau / Autorenindex
Knuf, Thorsten
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Kein Willkommen für irakische Flüchtlinge
Die EU-Innenminister haben eine Entscheidung über die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus dem Irak auf Ende November verschoben. Die Frankfurter Rundschau kritisiert diese Entscheidung scharf: "Von den vielen bemerkenswerten Fähigkeiten, über die die Europäische Union verfügt, sticht eine ganz besonders hervor: Sie ist nahezu virtuos darin, auf Zeit zu spielen. ... Den Flüchtlingen selbst muss das wie Hohn vorkommen. Vier Millionen Iraker sind auf der Flucht vor der Gewalt in ihrer Heimat, zwei Millionen davon haben in Syrien und Jordanien Unterschlupf gefunden. Die Europäische Union versteht sich gemeinhin als Friedensmacht. Ihr hätte eine rasche Entscheidung über die Aufnahme besonders Schutzbedürftiger gut zu Gesicht gestanden. Tatsächlich scheint es den Ministern aber mittlerweile darum zu gehen, die Schwierigkeiten kleinzureden."
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EU will Grenzen elektronisch aufrüsten
EU-Kommissar Franco Frattini hat "Denkanstösse" zur elektronischen Aufrüstung Europas im Kampf gegen illegale Einwanderung präsentiert. In einer zentralen Datenbank sollen ab 2015 alle Ein- und Ausreisenden erfasst werden, Reisende aus Drittländern sollen künftig bereits bei Antragstellung eines Visums ihren Fingerabdruck abgeben. Thorsten Knuf meint, die EU-Behörde schieße insgesamt übers Ziel hinaus: "Frattini scheint zu glauben, dass sich mit technischen Mitteln die totale Kontrolle über die Grenzen erringen lasse. Er will sogar Satelliten, unbemannte Flugzeuge und Geheimdienstler einsetzen, um afrikanische Boat-People aufzuspüren und aufzuhalten. Seine Devise scheint zu sein: Wir wollen alles wissen - mit allen Mitteln. Die Bürger haben zunehmend das Gefühl, dem Staat ausgeliefert zu sein. Mehr Überwachung bedeutet weniger Freiheit, sie muss deshalb in jedem einzelnen Fall gut begründet werden. Nach den USA hat jetzt auch in Europa eine Daten-Sammelwut eingesetzt."
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EU-Kommission will Energiemarkt liberalisieren
Thorsten Knuf lobt die Vorschläge der EU-Kommission: "Wenn mehr Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten einziehen soll, dann muss das Oligopol der Anbieter gebrochen werden", schreibt er, zweifelt aber an der Umsetzung: "Leider gibt es fast immer einen Unterschied zwischen dem, was wünschenswert ist, und dem, was später im Gesetz steht. So wird es auch in diesem Fall sein. Die EU-Staaten werden schon dafür sorgen, dass die Vorschläge aus Brüssel verwässert werden. Wirtschaftsminister Michael Glos attackiert gern die Energiebranche. Aber jetzt, da es ums Ganze geht, werden ihm industriepolitische Erwägungen wichtiger sein als die Belange der Verbraucher. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird niemals zulassen, dass seine nationalen Champions EDF und GDF geschwächt werden."
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Die Inthronisierung von Nicolas Sarkozy
Der französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy werde überschätzt, meint Thorsten Knuf in der Berliner Zeitung. Er sei zwar "schlau, hyperaktiv und durchsetzungsstark" und daher ein schwieriger Gegner für Ségolène Royal. Inhalte seien ihm aber nie so wichtig gewesen wie seine eigene Person und Karriere: "Sarkozy hat es in den vergangenen Jahren vorzüglich verstanden, den Volkszorn zu orchestrieren - etwa mit Blick auf hohe Benzinpreise, Immigration, Kriminalität oder den EU-Beitritt der Türkei. Er hat polarisiert und den Eindruck vermittelt, dass er außerhalb der abgehobenen Pariser Politik-Elite steht. Was macht so einer, wenn er eines Tages tatsächlich sein Karriereziel erreicht hat, Ergebnisse vorzeigen muss und nicht mehr den Rebellen geben kann? Wie das Beispiel Gerhard Schröders zeigt, beginnt spätestens dann die Entzauberung."
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