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Komaras, Jacekas
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Ändert sich die polnische Außenpolitik?
Jacekas Komaras überlegt, wie sich der Regierungswechsel in Polen auf wichtige grenzüberschreitende Projekte auswirken wird - so den Bau der Via Baltica oder die so genannte Strombrücke zwischen Litauen und Polen, durch die die baltischen Staaten an das mitteleuropäische Stromnetz angebunden werden sollen. "Es ist gut möglich, dass sich die polnische Außenpolitik kaum ändert. So könnte die Bürgerplattform von Tusk nämlich beweisen, dass sie keine Marionette Brüssels ist. Viele ihrer Prioritäten ähneln denen der bisherigen Regierung, vor allem aber wollen sie Polens Position in der EU stärken. Tusk hat klar gemacht, dass er, anders als die Brüder Kaczyński, ähnliche oder bessere Ergebnisse durch Verhandlungen zu erreichen gedenkt und nicht durch lautes Grölen, dass den Polen etwas zusteht, weil sie ein großes Volk sind."
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Ein litauischer Blick auf den deutsch-polnischen Beutekunststreit
Jacekas Komaras stellt fest, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen seit der Regierungsübernahme durch die Kaczyński-Partei PiS deutlich verschlechtert haben. "Die Brüder Kaczyński werden in ihrem Verhalten gegenüber Deutschland von Komplexen unklaren Ursprungs getrieben. Aber man muss auch sehen, dass Deutschland durchaus von diesen Komplexen profitiert, da dadurch die Position Polens in Europa geschwächt wird. Deshalb werden immer neue Forderungen an Polen gerichtet. So verlangt Deutschland, dass Polen Kunstwerke zurückgibt, denkt aber selbst nicht daran, die aus Polen stammenden Werke in deutschen Museen herauszurücken. Warum werden solche Forderungen aus Deutschland nicht an Russland, Frankreich oder die Niederlande gerichtet?"
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Schleppender Ausbau der "Via Baltica"
Wegen der russischen Exklave Kaliningrad führt der Straßenverkehr von der EU in die baltischen Staaten über einen schmalen Grenzstreifen zwischen Polen und Litauen. Diese Straße ist dem zunehmenden Verkehr nicht mehr gewachsen. Trotzdem kommt der Ausbau der "Via Baltica" nicht vom Fleck, beklagt Jacekas Komaras. Ironisch kommentiert er die Debatte um den Ausbau des polnischen Abschnitts der Autobahn, die durch ein Naturschutzgebiet führen soll, das von der EU gefördert wird. "Es ist paradox – ausgerechnet Vögel sind der Grund für die schleppende Durchführung. Die Regierung in Warschau streitet mit der Stadt Augustow für eine Ortsumgehung, die durch ein Naturschutzgebiet führen würde. Da gerade die Brutzeit begonnen hat, kann in den kommenden Monaten kein Baum gefällt werden. Das bedeutet, dass das Projekt wieder bis mindestens September auf Eis liegt. Dabei hatte die polnische Regierung im vergangenen Herbst versprochen, man werde den Trassenverlauf nicht ändern und sich von Protesten nicht beirren lassen."
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Bleibt Polen beim Veto? Der EU-Gipfel mit Russland
Jacekas Komaras rechnet damit, dass die EU-Inspekteure Polen heute bescheinigen werden, dass mit polnischen Lebensmitteln alles in Ordnung ist und die Exporte nach Russland wieder aufgenommen werden können. Er glaubt allerdings nicht, dass Russland im Gegenzug noch vor dem Gipfel in Helsinki Inspekteure entsenden und damit den Streit mit Polen beilegen wird. "Die Äußerungen der russischen Politiker hatten bislang nur ein Ziel: dem Westen zu zeigen, dass Polen nicht dazugehört. Aber nun ist Russland in einer misslichen Lage. Bislang konnte Moskau der EU seine Bedingungen diktieren, weil es die Brüsseler Bürokraten und Politiker in der Tasche hatte: jeder akzeptierte das Diktat freiwillig. Erst die Brüder Kaczynski waren frei von Angst - sie hegen noch weniger Sympathien für Russland als die anderen – , und haben diesen schädlichen Prozess aufgehalten. Ihnen ist es egal, ob man sie und Polen als albern oder seltsam bezeichnet."
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Unterschiedliche Deutung des 17. September 1939
Der 17. September 1939 wird bis heute sehr unterschiedlich bewertet, stellt Jacekas Komaras fest. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen war am 17. September 1939 die Rote Armee in Ostpolen einmarschiert. Nach dem Krieg fielen große Teile Ostpolens an die Sowjetunion und gehören heute zu Weißrussland. "Dem weißrussischen Diktator Lukaschenko gefällt dieses Datum, und er hat es zum Feiertag der Befreiung des westlichen Landesteils von den Polen ausgerufen. In Städten wie Grodno oder Minsk gibt es sogar 'Straßen des 17. September'. Aber für Polen war dieses Datum der Dolchstoß in den Rücken, für Litauen das Ende der Unabhängigkeit... In den Köpfen vieler Litauer spuken noch immer sowjetische Stereotype herum, aber wir können zumindest hoffen, dass unsere Kinder die Wahrheit über den September 1939 lernen. In Russland besteht hingegen wenig Aussicht, dass sich in den Schulen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren etwas ändern wird."
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