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Presseschau / Autorenindex
Krzemiński, Ireneusz
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Die Spiele in Peking sind ein Skandal
Die Tageszeitung Dziennik veröffentlicht zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking einen offenen Brief von 19 polnischen Intellektuellen, in dem das Internationale Olympische Komitee (IOC) scharf kritisiert wird. "Die Vergabe der Olympischen Spiele an China ist ein Skandal, für den die Funktionäre des Olympischen Komitees Verantwortung tragen. Ihre Behauptung, sie könnten sich nicht in die Politik einmischen, ist zynisch und verlogen. Die Einhaltung von Menschenrechten ist eine universelle Zivilisationsnorm, die lediglich von Kommunisten und Faschisten nicht eingehalten wird. Wir verurteilen nicht Sportler, die an den Olympischen Spielen teilnehmen - nicht sie haben entschieden, wo sie stattfinden. ... Wir äußern aber unseren Missmut allen Politikern gegenüber, die durch ihre Anwesenheit in Peking - unabhängig von ihren verbalen Erklärungen - einen diktatorischen Staat bestätigen. Wir wollen vor allem unsere Solidarität mit allen Menschen äußern, die in China der Freiheit und der grundlegenden Rechte beraubt werden. Wir sind überzeugt, dass jede Diktatur - auch wenn sie ein mächtiger Staat ist - verurteilt werden muss."
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Ireneusz Krzemiński über Antisemitismus in Polen
Im Gespräch mit Kamila Baranowska erklärt der Soziologe Ireneusz Krzemiński von der Universität Warschau den heutigen Antisemitismus in Polen. "Der polnische Antisemitismus ist eine Abneigung gegen symbolische 'Juden': Er richtet sich gegen andere Polen, denen man vorwirft, sie seien keine 'echten Polen'. Das zielt also eher gegen Politiker, die man nicht mag, als gegen reale Juden. Mehr noch: Heute kann der Antisemitismus als Zeichen einer gewissen Weltanschauung betrachtet werden. Die Abneigung gegen Juden ist verbunden mit einer Abneigung gegen alle 'Anderen' - Deutsche, die Europäische Union, Schwule, Feministinnen. Das ist eine typisch chauvinistische Mentalität mit einer Fremdenfeindlichkeit, die auf einer autoritären psychologischen Orientierung basiert... Ich gehe davon aus, dass es ähnliche Erscheinungen sowohl in der Ukraine,als auch in Litauen oder Lettland gibt und vielleicht auch in Ländern, die keineswegs so antisemitisch vorbelastet sind, wie Ungarn. In der Slowakei ist eine solche nationalistische Mobilisierung bereits aufgetreten."
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Radio Maryja riskiert Machtprobe mit der Regierung
Die polnische Regierung will dem ultrakatholischen Radiosender Radio Maryja mehr als vier Millionen Euro Subventionen streichen. Der Chef des Senders, Pater Tadeusz Rydzyk, warf der Regierung vor, sie wolle ihn vernichten und kündigte eine Demonstration in Warschau an. Der Soziologe Ireneusz Krzemiński kommentiert: "Diese Angelegenheit sollte vor allem die polnische Kirche beunruhigen. Eine religiöse Institution, 'die katholische Stimme in polnischen Häusern' [der Slogan von Radio Maryja], ruft zu einer rein politischen Antiregierungsdemonstration auf. Natürlich geht es ums Geld und man kann Priestern schwer das Recht absprechen, sich um 'irdische' Interessen zu kümmern. Die Frage ist nur, ob die Bischöfe die Öffentlichkeit davon überzeugen können, dass das Antiregierungsantlitz des Radio-Maryja-Chefs nicht repräsentativ für die ganze Kirche ist."
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Koalitionsbildung in Polen
In Polen wollen die rechtsliberale PO des bisherigen Oppositionsführers Donald Tusk und die von Waldemar Pawlak geführte konservative Bauernpartei PSL eine Koalitionsregierung bilden. Der Soziologe Ireneusz Krzemiński ist zuversichtlich, dass dieses Bündnis gelingt. "Waldemar Pawlak hat sich in der letzten Zeit als Politiker positiv entwickelt. Keineswegs erinnert er mehr an den brummigen Jugendlichen zu Beginn seiner Karriere, als er einerseits von der Macht besessen, andererseits von ihrer Ausübung erschrocken war. So wie Donald Tusk ist auch er inzwischen ein geübter politischer Spieler." Deshalb würden Tusk und Pawlak auch keine gegenseitigen Vorbehalte pflegen, so Krzemiński. "Im Unterschied zu Jarosław Kaczyński und seinem Bruder [dem Staatspräsidenten Lech Kaczyński] ist ihr Machtwille keine Folge innerer Bedürfnisse."
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Kaczyński-Regierung hinterlässt einen kaputten Staat
Der Warschauer Soziologe Ireneusz Krzemiński fällt ein vernichtendes Urteil über die sogenannte "Vierte Republik" der in die Brüche gegangenen Regierung von Premierminister Jarosław Kaczyński. "Die nächste rechte Regierung ist zur Vergangenheit geworden und mit ihrem revolutionären gesellschaftspolitischen Programm scheitert. Diese Regierung hinterlässt allerdings einen besonders desaströsen Zustand: Ein kaputter Staat mit einer untätigen Verwaltung, in der inkompetente Beamte und Politiker der Koalition Karriere gemacht haben, und mit einer zerstrittenen Gesellschaft, die vor Repressionen Angst hat, weil diese auch Unschuldige treffen könnten. Der Ertrag dieser Regierung ist ein ausgesprochen negatives Bild Polens in der Weltöffentlichkeit und die Verwurzelung einer Sprache der brutalen Aggression im öffentlichen Leben."
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