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Kuntz, Joëlle
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Politische Spannungen auf der französische Buchmesse
"In Zeiten der Gewalt gibt es keinen Raum, der nicht von der Politik besetzt wird - von ihren Prioritäten, ihrer Moral und ihren Forderungen. Handlungen und Gesten sind überdeterminiert, niemand entgeht der gnadenlosen Logik der politischen Interpretation", meint Joëlle Kuntz. "Der Pariser Salon du livre wiederholt im Kleinen - und als Farce – jene Situation, unter der die Menschen im Nahen Ostens täglich leiden. Es geht nicht um Fragen der Kunst, der Literatur, des Nachdenkens, sondern um 'Positionen', 'Legitimität' und 'Rechtfertigungen'. Schriftsteller sind dort keine Künstler, sondern 'Gegner' oder 'Kollaborateure'... Der Boykott ist die politische Waffe der Schwachen, die von der Politik vernichtet werden, und ihre Hoffnungen deshalb auf die Radikalität der Verweigerung setzen. Sie haben den Glauben an eine friedliche Lösung verloren und suchen gar nicht mehr danach."
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Die dänische Presse verteidigt die Meinungsfreiheit
Joëlle Kuntz begrüßt die Aktion mehrerer dänischer Zeitungen, die am gestrigen Mittwoch erneut die umstrittenen Mohammed-Karikaturen publiziert haben. Sie protestierten damit gegen einen geplanten Mordanschlag auf den Karikaturisten Kurt Westergaard. "Würde die Geschichte in der Schweiz passieren, wären Karikaturisten oder Journalisten das Ziel ähnlich erschreckender Vergeltungsmaßnahmen, träte auch bei uns die Gesellschaft auf den Plan, um ihre Gesetze zu verteidigen. Die eigene Debatte über die Qualität und das Angebrachtsein solcher Werke oder die politische Zugehörigkeit ihrer Verfasser käme dann zum Erliegen. Denn in der Schweiz wie in Dänemark ist sich die Gesellschaft in ihrer Weltanschauung zwar nicht einig, wohl aber einig in der Verteidigung der Regeln, die sie mühsam in 150 Jahren entwickelt hat, um auf friedliche Weise ihre Kontroversen auszutragen... Bis zu welchem Punkt muss man im Namen des Multikulturalismus Kompromisse machen? Mit ihrem Vorgehen konfrontieren uns die Dänen ernsthaft mit dieser Frage."
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Die Isolation der Schweiz
Am 26. November stimmen die Schweizer darüber ab, ob die neuen EU-Mitgliedsstaaten von der Schweiz rund 630 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bekommen sollen. Einer Umfrage zufolge geht die Zustimmung in der französischsprachigen Schweiz zurück. "Wird dieser Teil der Schweiz, der den Ruf hat, offener zu sein als das Tessin oder die alemannische Schweiz, den beiden anderen immer ähnlicher?", fragt Joëlle Kuntz. "Man kann in der französischsprachigen Schweiz - auch bei der Kampagne für das Referendum -, eine zunehmende mentale Beschränkung beobachten, die dem zu kleinen wirtschaftlichen und politischen Raum geschuldet ist. Sie ist von Frankreich abgeschnitten, weil sie nicht an Europa teil hat, was ihr die Alemannen aufgezwungen haben. Und sie ist durch die Sprache von der alemannischen Schweiz abgeschnitten, was sie daran hindert, sich auf nationaler Ebene zu behaupten. Die französischsprachige Schweiz weiß nicht mehr, wer sie ist."
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