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Machcewicz, Pawel
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Paweł Machcewicz über den polnischen Antisemitismus 1968
Polens Präsident Lech Kaczyński hat am Wochenende die vor 40 Jahren erfolgte Ausbürgerung und Ausweisung von rund 15.000 polnischen Juden als "schändlich" verurteilt. Im Gespräch mit Cezary Michalski betont der Historiker Paweł Machcewicz, Polen und nicht die Sowjetunion sei für die im März 1968 begonnene antisemitische Hetzkampagne verantwortlich. "Die antizionistische Kampagne im Jahr 1968 war autonom. Es gibt keine Beweise, dass Moskau Form oder Intensität vorschrieb. Moskau verlangte nur, dass sich der ganze Block im Konflikt mit Israel auf die richtige Seite stellte. Die Kampagne wurde vom Parteiapparat der polnischen Kommunisten mit enormer Heftigkeit betrieben. Natürlich wurde die Regierung im damals unsouveränen Staat nicht auf demokratische Weise gewählt, aber es waren trotzdem Polen."
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Ein "Museum des Zweiten Weltkriegs" in Warschau?
Als Gegenstück zu der geplanten Dauerausstellung in Berlin zum Thema Vertreibung schlägt der polnische Historiker Paweł Machcewicz ein "Museum des Zweiten Weltkriegs" in Warschau vor. Polen solle seine Blockadehaltung gegenüber der deutschen Initiative aufgeben und selbst aktiv werden - mit einem europäischen Projekt, das die Regierungen und Historiker anderer Länder einbezieht. "In einem solchen Museum, das es bis jetzt in Europa nicht gibt, wäre Platz, die Erfahrungen des Krieges vollständig zu erfassen, auch aus Perspektive der Völker, die den Totalitarismus erlitten haben - nicht nur den nationalsozialistischen, sondern auch den sowjetischen... Dieses Museum hätte seinen Sitz in Warschau, aber mit seinem europäischen oder zumindest internationalen Charakter könnte es manche in Vergessenheit geratene Ereignisse wieder wachrufen, wie den Ribbentrop-Molotow-Pakt, Katyn, die sowjetische Okkupation des Ostteils Polens und der baltischen Länder oder das Vorgehen der Roten Armee und des NKWD in den Jahren 1944-45."
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Pawel Machcewicz über den Streit um sowjetische Kriegsdenkmäler
Die polnische Regierung hat einen Gesetzentwurf für die Entfernung sowjetischer Kriegsdenkmäler in Polen verschoben, um den Streit mit Russland nicht weiter anzuheizen. Der Historiker Pawel Machcewicz von der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Torun hält das für richtig und betont, die Esten seien von der Sowjetunion stärker unterdrückt worden als die Polen. "Die Polen sind in einer unvergleichlich besseren Situation. Wir müssen kein koloniales Joch und kein Erbe von jahrzehntelanger Russifizierung von uns abschütteln. Wir haben in unserem Land nicht Millionen von Russen, deren Identifikation mit der polnischen Staatlichkeit zur Debatte stünde. Es gibt auch keine Stimmung in der Gesellschaft, die solch spektakuläre Aktionen rechtfertigen würde, die gegen einzelne, immer noch verbliebene Denkmäler russischer Soldaten gerichtet wären... Wir müssen also keinen eigenen Denkmalkrieg gegen Russland beginnen. Vor allem, weil das nicht nur ein Streit mit der Regierung der Russischen Föderation wäre, sondern auch mit Millionen Russen, deren Erinnerung an die im Krieg gegen Deutschland Gefallenen immer noch heilig und der wichtigste Bestandteil ihrer patriotischen Tradition ist."
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