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28.08.2008

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Czech, Mirosław


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Gazeta Wyborcza - Polen | 15.05.2008

Internationale Zeugen im Jaruzelski-Prozess

Ein Warschauer Bezirksgericht hat gestern entschieden, dass die Anklagebehörde, das Institut des Nationalen Gedenkens (IPN), vor Beginn eines Prozesses gegen den früheren polnischen Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski weitere Zeugen hören muss. Dazu gehören auf Jaruzelskis Antrag der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow, die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher und deutsche Altkanzler Helmut Schmidt. Mirosław Czech begrüßt den Prozess. "Der Kriegszustand beendete die friedliche Solidarność-Revolution. Er nahm Millionen Polen die Hoffnung. ... Schuld daran ist ausschließlich die Gruppe von General Wojciech Jaruzelski. ... Der Kriegszustand war eine politische Entscheidung, so wird auch der Prozess politisch. Das Gericht muss alle Dokumente kennen, vor allem die aus sowjetischen Archiven. Es müssen Zeugen verhört werden. Auch Michail Gorbatschow und Margaret Thatscher, was auf den ersten Blick überflüssig oder gar lächerlich scheinen mag. Das IPN will also, dass das Gericht sich in einen Seminarsaal für die neueste Geschichte verwandelt und in Sachen urteilt, die eine Domäne von Historikern sein sollte. ... Wenn ein Staatsanwalt sich mit der Bewertung der Vergangenheit befasst, verliert die Geschichte, die Gerechtigkeit gewinnt aber nicht."

Gazeta Wyborcza - Polen | 03.11.2007

Polen bleibt dem Papst treu

Die starke Stellung der katholischen Kirche in Polen sei nicht bedroht, meint Mirosław Czech. Daran ändere auch der Sieg der rechtsliberalen Bürgerplattform PO bei den Parlamentswahlen nichts. "Für die Kirche birgt eine Regierung der PO und deren Unterstützung durch junge Menschen die Hoffnung, dass Polen nicht das Schicksal anderer katholische Länder wie Spanien oder Irland teilen wird, in denen die Säkularisierungsprozesse ausgesprochen schnell verliefen. Unter der Plattform bleibt Polen noch lange Zeit Christus und dem Vatikan 'für immer treu'. Polen schließt sich nicht dem europäischen Trend zur Säkularisierung und dem Aufheben der Fundamente der katholischen Ethik an. In den kommenden Jahren wird es keine Erschütterungen geben – das Leben wird weiter im gemütlichen Rhythmus von Taufen, Erstkommunionen, Trauungen und Beerdigungen verlaufen."

Gazeta Wyborcza - Polen | 25.07.2007

Polens Regierung streitet über Pflichtlektüre

Die polnische Regierungskoalition streitet seit Monaten über Pflichtlektüren an Schulen. Erziehungsminister Roman Giertych, Vorsitzender der ultrarechten LPR, strich unter anderem zwei Bücher von Witold Gombrowicz aus dem Literaturkanon. Gestern hob das Kabinett diesen Literaturkanon wieder auf. Der Minister kündigte umgehend eine Klage vor dem Verfassungsgericht an. Miroslaw Czech kommentiert: "Er will den Wählern und der Kirche zeigen, dass er bis zu den letzten Sekunden im Ministersessel gegen die 'Päderasten' kämpft... Selbst Witold Gombrowicz wäre nicht darauf verfallen: Das Schicksal seiner Bücher hängt nicht von den Lesern ab, sondern vom Verfassungstribunal... Wir ärgern uns nicht mehr, sondern lächeln und fragen, wie lange noch dieser Regierungszirkus im Namen einer moralischen Revolution dauern wird."

Gazeta Wyborcza - Polen | 14.07.2007

Streit um den Chef von Radio Maryja

Polnische Intellektuelle haben an die katholische Kirche appelliert, gegen den Direktor von Radio Maryja, Pater Tadeusz Rydzyk, wegen einer antisemitischen Schmährede vorzugehen. Zahlreiche Professoren reagierten darauf mit einem Verteidigungsschreiben für Rydzyk. Mirosław Czech kommentiert: "Die Kirche kann nicht so tun, als geschehe bei Radio Maryja nichts Ungewöhnliches. Während der Pilgerfahrt nach Tschenstochau hat Pater Rydzyk erneut gezeigt, dass er ein Politiker und kein Seelsorger ist. Er steckt Jugendliche mit Hass und antisemitischen Obsessionen an. Er verhält sich grausam gegenüber den höchsten Politikern im Staat und ist voller Überheblichkeit gegenüber der kirchlichen Hierarchie. Er ist eine Bedrohung für die demokratische Ordnung. Radio Maryja ist zu einer politischen Partei und einem Teil des Regierungslagers geworden... Wenn die Kirche diese Situation toleriert, erklärt sie sich mit der tiefen Abhängigkeit von der Staatsmacht einverstanden."

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