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Presseschau / Autorenindex
Palade, Rodica
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Norman Manea und seine vergesslichen Landsleute
Der rumänisch- jüdische Schriftsteller Norman Manea, der heute in den USA lebt, spricht mit Rocica Palade über den Umgang mit der Vergangenheit: "944 hatte Rumänien eine vernachlässigbare Zahl von 1000 Kommunisten. Im Jahr 1989 waren es dann vier Millionen Mitglieder, die eine der größten kommunistischen Parteien in Osteuropa bildeten... Zwei Tage nach dem Tod des 'beliebtesten Sohnes des Volkes', [des Diktators] Nikolae Ceausescu, erwachten die beglückten Zuschauer als Unschuldige und Antikommunisten. Wer Oden geschrieben, Maskeraden der Verbeugung getanzt und gesungen hatte, freute sich über die wenigen Almosen, die von den Emporkömmlingen der Macht vergeben wurden. Wer aus der politischen Hierarchie und den Organen des Repressionsstaates kam, hatte alles vergessen. Nur wenige waren gewillt, die eigene Schuld und Verstrickung zu untersuchen."
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Die Angst des Theaters vor dem Film
Im Theater passiere derzeit wenig Neues, findet der rumänische Regisseur Andrei Serban, der an zahlreichen Bühnen in Westeuropa und den USA inszeniert hat. "Wenn wir uns anschauen, was in der Filmwelt geschieht, zum Beispiel die Wiedergeburt des rumänischen Films durch eine junge Generation, die einige starke Dinge äußert, die recht unbehaglich sind, dann ist das Theater im Vergleich dazu in einer Phase der Stagnation. Am Anfang des Jahrhunderts hat es seinen Platz noch nicht gefunden. Wir Theatermacher haben Angst, eine Art Semi-Verzweiflung, der Film könne uns überholen. Wir versuchen, den Film zu kopieren, Mittel des Films im Theater einzusetzen... Doch der Versuch der Modernisierung durch Elemente der Multimedia-Technik schwächt die Theaterkunst."
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Stéphane Courtois über die wahrhaft falsche Revolution
Der französische Historiker Stéphane Courtois, Herausgeber des "Schwarzbuch des Kommunismus", analysiert im Interview mit Rodica Palade die unterschiedlichen Formen des Kommunismus und seines Untergangs in Osteuropa. "Ich weiß, vielen wird es nicht gefallen, dass ich die rumänische Revolution von 1989 als wahrhaft falsche Revolution bezeichne. Wahr ist, dass es zu einem realen Volksaufstand kam. Falsch ist die Revolution aber, weil hinter dem Volksaufstand eine Manipulation seitens der Kommunisten stand, die sie ihrer Echtheit beraubte. In Rumänien existierte eine Gruppe mit engen KGB-Kontakten, die äußerst geschickt die Macht übernommen hatte, und zu der Ion Iliescu [Präsident Rumäniens nach dem Sturz Ceausescus] und andere gehörten... Diese Gruppe verantwortete das gesamte Geschehen, doch es sollte eigentlich nur Ceausescu gestürzt werden, nicht das ganze System."
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