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01.12.2008

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Presseschau / Autorenindex


Pamuk, Orhan

Orhan Pamuk erhielt 2006 den Literatur-Nobelpreis. Seine Romane sind sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. Orhan Pamuk hielt die Eröffnungsrede auf der Eurozine-Konferenz in Istanbul 2005. Pamuks Nobelpreis-Rede ist in türkisch, englisch, deutsch, französisch und schwedisch auf Nobelprize.org zu finden.



Der Autor/ die Autorin hat bisher 1 Artikel auf euro|topics veröffentlicht.


1.  Rede | 12.06.2007

Nachbarschaften

Für Orhan Pamuk ist die Vorstellung von "Nachbarschaftlichkeit" doppelbödig: in internationalen Beziehungen signalisiert sie Frieden und kulturelles Engagement. In der Gesellschaft, insbesondere in der türkischen Tradition, impliziert Nachbarschaftlichkeit jedoch Provinzialismus und Argwohn. » mehr


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Corriere della Sera - Italien | 16.10.2007

Orhan Pamuk gegen engagierte Literatur

In einem Gespräch mit dem Direktor der New Yorker Public Library, Paul Holdengräber, erklärt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk: "Sich in den Dienst einer Sache zu stellen, zerstört die Schönheit der Literatur. Die meiste Zeit habe ich wohlmeinende Autoren erlebt, die ihr Talent durch Politik zerstörten... Die Kraft des Romans liegt darin, dass sich ein Autor einer Figur, die er schafft, mit solcher Intensität verschreibt, dass er kein moralisches Urteil über sie sprechen kann. Die Kunst des Romans gründet auf der Fähigkeit des Menschen, sich mit dem Anderen zu identifizieren, mit dem er keine gemeinsamen Interessen hat... Eine Geschichte funktioniert dann, wenn es dem Schriftsteller gelingt, sich mit Charakteren zu identifizieren. Das bedeutet, sich in den anderen hineinzuversetzen und nicht ihn zu verurteilen."

L'Express - Frankreich | 03.05.2007

Orhan Pamuk über die Europareife der Türkei

Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk antwortet im Interview mit François Busnel auf die Frage, ob sich die Türkei in die EU integrieren kann. "Istanbul ist ein Teil Europas, schließlich spielt mein Fußballclub Galatasaray bei der Europameisterschaft... Wenn Sie mich fragen, ob Istanbul in Europa liegt, dann würde ich antworten, dass man nur auf die Weltkarte schauen muss, um das festzustellen. Etwas ernsthafter würde ich sagen, dass wir heute noch nicht auf demselben Niveau sind. Ich meine, die Türkei muss kulturell im Stande sein, Teil der europäischen Demokratien in der Union zu werden - aber ohne zu negieren, was sie selbst ist. Die Sehnsucht der Türkei nach einer Mitgliedschaft in Europa zeigt ein Problem auf: Was ist die europäische Kultur? Die Religion? Die Geschichte? Die Geografie? Oder etwas anderes?"

Die Welt - Deutschland | 08.12.2006

Orhan Pamuk über die gerechte Verteilung von Einfalt und Dummheit

In seiner Dankesrede zur Verleihung des Nobelpreises sprach der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk vor allem über die Liebe zu seinem Vater und seiner Heimatstadt Istanbul. An einer Stelle erklärt er aber auch, worin sich Orient und Okzident unterscheiden: "In der außerwestlichen Welt, mit der ich mich ohne weiteres identifizieren kann, können wir immer wieder beobachten, dass die Empfindlichkeit von Menschenmassen und ganzen Völkerschaften sich in Befürchtungen niederschlägt, die geradezu an Dummheit grenzen. In der westlichen Welt wiederum, mit der ich mich nicht weniger leicht identifiziere, führen Reichtum sowie der Stolz darauf, an der Wiege von Renaissance, Aufklärung und Moderne gestanden zu haben, bisweilen dazu, dass man sich mit ähnlicher Einfalt viel zu viel auf sich einbildet."

El País - Spanien | 24.09.2006

Orhan Pamuk über das Freiheitsbedürfnis des Orients

Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk spricht mit der Schriftstellerin Rosa Montero über den Graben zwischen westlichen und orientalischen Gesellschaften. "Unter Westen verstehe ich Freiheit, Demokratie, Frauenrechte - drei Dinge, die der Orient nicht hat. Wir haben etwas anderes. Zum Beispiel Brüderlichkeit! Wir sind absolut wunderbar, was die Brüderlichkeit betrifft! Dieser Pfeiler der französischen Revolution passt hervorragend zu uns. Was die Gleichheit betrifft, so geht es auch einigermaßen, und es gibt einige Philosophen des Islam, die von Gleichheit sprechen. Aber was wir nicht haben, sind Freiheit, Demokratie und Frauenrechte. Den Rest ignoriere ich. Man kann orientalische oder westliche Kleidung tragen, in traditionellen Häusern leben oder nicht... Was wirklich zählt, ist, dass die Leute machen können, was sie wollen."

The Guardian - Großbritannien | 03.04.2006

Orhan Pamuk über das türkische Paradox

Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk erklärt im Interview mit Aida Edemariam das Paradox der türkischen Seele, dessen er sich nach der Veröffentlichung seines Buches "Die weiße Festung" bewusst geworden ist: "Es war mein erstes Buch, das solchen Erfolg im Ausland hatte. Damals habe ich angefangen, Interviews zu geben und über Bücher im internationalen Kontext nachzudenken. Ich habe verstanden, dass die Türken eine gespaltene Persönlichkeit haben: 95 Prozent aller Türken werden von zwei verschiedenen Geistern heimgesucht. Ausländische Beobachter glauben, es gebe einerseits die Guten (Laizisten, Demokraten, Fortschrittliche) und andererseits die Bösen (Nationalisten, Islamisten, Konservative, Anhänger eines starken Staates). Nein. Der durchschnittliche Türke schwankt ständig zwischen beiden Haltungen. Jeder kämpft in gewisser Weise mit sich selbst."

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