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Papell, Antonio
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Abschied vom dritten Weg?
Antonio Papell fragt, warum die linken Parteien in Europa so ratlos wirken: "Es stimmt, dass die Linke in Westeuropa große Schwierigkeiten hatte, ein strukturiertes und überzeugendes Programm zu entwickeln, das mit dem Pragmatismus der Konservativen mithalten konnte... Die deutsche SPD hat ein neues Parteiprogramm verabschiedet, das sehr linksorientiert ist. Aber dieser Linksschwenk ist in erster Linie rhetorisch, denn im Grunde wurden alte Konzepte wie der 'demokratische Sozialismus' wieder ausgegraben... Die Unterteilung in Links und Rechts entspricht nicht mehr zwei verschiedenen Gesellschaftsentwürfen, einem liberalen und einem staatsgelenkten... Die Parteien geben sich heute damit zufrieden, um ihr Image zu kämpfen und ihre Managerfähigkeiten anzupreisen. Der Ton ist sachlicher und schlichter geworden."
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Korruption in Spanien
In Spanien hat es in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Korruptionsenthüllungen vor allem im Immobiliensektor gegeben. Abgeordnete aller politischer Parteien in verschiedenen Städten sind davon betroffen. Antonio Papell meint, diese Skandale trügen "zur Verbreitung der dekadenten Idee bei, dass es in einigen Bereichen möglich ist, vor aller Augen dreist zu klauen... Jeder kann korrupt werden. Es bedarf einer neuen Generation von Politikern, die bereit ist, sich dem Unmoralischen und der Käuflichkeit zu versagen. Einer Generation, die sich dagegen auflehnt, als Handlanger von Clans zu handeln, die ihre Autonomie beschneiden. Nur mit einem radikalen Schnitt kann die Politik ihre Wertschätzung wiedererlangen. Nur so können die Bürger ein Licht am Ende des Tunnels erkennen, das als Richtwert für das kollektive Gedächtnis dienen kann."
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Der spanische Friedensprozess mit der Eta im EU-Parlament
Der spanische Journalist Antonio Papell begrüßt hingegen, dass sich das Europäische Parlament heute mit dem spanischen Friedensprozess befasst. "Europa ist keine fremde Sphäre, innerhalb derer Spanien Außenpolitik betreibt, sondern ein besonderer Raum, dem es angehört und innerhalb dessen es einen internen Prozess durchläuft. Mit anderen Worten, es handelt sich nicht um einen externen Akteur, der uns seine Solidarität bekundet, sondern um eine fast föderale Struktur, der wir angehören... Leider droht die spanische Delegation den Europaabgeordneten heute einen enttäuschenden, weil uneinigen Eindruck zu vermitteln, sollte nicht doch der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnen. Sicherlich kann man die kritische Distanz verstehen, mit der die Opposition die Regierung und ihre Handhabung des Friedensprozesses betrachtet. Aktivismus hingegen, der auf die Sabotage dieses Prozesses abzielt, ist unverständlich..."
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Antonio Papell über den Schiffbruch europäischer Werte
Der spanische Journalist Antonio Papell kritisiert das Verhalten der EU beim Thema illegale Immigration. "Es ist ganz deutlich, dass der Wille fehlt, die Durchlässigkeit der Grenzen als ein 'Problem aller' zu betrachten. Gemeinsame europäische Sichtweisen sind so schwach ausgeprägt, dass die Nordeuropäer nicht begreifen können, dass die erschöpfte Aufnahmefähigkeit Spaniens für Immigranten auch sie betrifft. Was sich derzeit abspielt, zeigt, dass die Krise Europas, die sich seit dem Scheitern der Verfassung ständig vertieft, viel schlimmer ist als gedacht. Wir sind nicht in einer 'Sackgasse' im Prozess des europäischen Aufbaus, sondern wir leben in einer Phase des Rückschritts und fallen hinter den letzten Schiffbruch zurück... Die europäische politische Klasse und die europäische Intelligenzia haben die Pflicht, den europäischen Geist einmal mehr zu reaktivieren und anzustacheln, damit die 'große Idee' wieder Tragweite bekommt und eine Zukunft hat."
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Antonio Papell über die Gefahr des Nationalismus
"Nationalismus bedeutet Krieg", sagte Francois Mitterand 1995 vor dem Europaparlament. Für den spanischen Schriftsteller Antonio Papell ist diese Formulierung zu einem Zeitpunkt, an dem Montenegro sich von Serbien löst, nach wie vor aktuell. Auch Spanien selbst zahle weiterhin für die "verheerenden Auswirkungen des Nationalismus": "In den so genannten historischen Gemeinschaften, die von der Existenz autochthoner Parteien geprägt sind, konnte man die zerstörerischen Folgen einer Absonderung deutlich beobachten. Man beruft sich nicht bloß auf das exotische Recht auf Differenz, sondern fordert ohne Umschweife immer mehr für sich und ist zu immer weniger 'Solidarität' bereit, zu Bindungen, die zu Hilfe verpflichten und kostspielig sind... Für die Demokraten war es ein harter Schlag zu erleben, dass diese politischen Kräfte keinerlei Skrupel hatten, die finanzpolitischen Ungleichheiten der autonomen Regionen anzuführen, um weniger Umverteilung zwischen den Regionen zu erreichen."
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