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Presseschau / Autorenindex
Patapievici, Horia-Roman
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Die Rolle der Intellektuellen in Osteuropa
Der rumänische Schriftsteller Horia-Roman Patapievici kommentiert in einem Interview die Rolle der Intellektuellen in Osteuropa: "Es gibt einige, die ähnliche Todesfälle deklarieren wie einst Roland Barthes, den 'Tod des Autors' oder Michael Foucault den 'Tod des Menschen', und die jetzt sagen, dass mit dem Fall des europäischen Kommunismus der Tod der Intellektuellen kam. Das ist eine Dummheit. ... Sicher, es könnte sein, dass die Intellektuellen nicht mehr solch eine prominente Rolle spielen wie noch im 20. Jahrhundert (wenngleich sie häufig auch hier eine erbärmliche Rolle einnahmen). Doch zu sagen, dass Intellektuelle keine Rolle mehr spielen, bedeutet, den Bürgern ihren Intellektuellen-Status abzuerkennen. ... Der Groll gegen die Intellektuellen rührt von der Idee her, dass intellektuell zu sein angeblich ein Privileg ist und viele, die zwar studiert, und in den Medien zu sehen und zu hören sind, aber nicht von dem 'Privileg' profitieren, zu den Intellektuellen zu gehören, wollen es abschaffen. Doch intellektuell zu sein, bedeutet keineswegs, einen Freipass zu besitzen, publikumswirksam oder bekannt oder berühmt zu werden."
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Horia-Roman Patapievici über den Realitätsverlust der rumänischen Gesellschaft
Der Schriftsteller und Philosoph Horia-Roman Patapievici spricht im Interview mit Eugen Istodor über die Blockaden in der rumänischen Gesellschaft, die er auch in seinem letzten Buch analysiert hat. "Unser Grundproblem ist, dass wir kein gemeinsames Realitätsempfinden haben. Wirklichkeit setzt sich aus dem Vergleich eigener Erfahrungen mit denen der gesamten Gesellschaft zusammen. Die objektive Realität wächst auf der Basis eines unaufhörlichen Austausches von Wahrnehmungen und Ideen unter den Menschen. Man kann diesen Abgleich unmöglich Schritt für Schritt verfolgen, dennoch resultiert daraus die gemeinsame Wirklichkeit... Ich behaupte, die rumänische Realität ist weder vereinheitlicht noch objektiv... Das erklärt auch die fehlenden Reaktionen auf Amtsmissbrauch und die Ignoranz wichtiger Werke, die bei uns erscheinen."
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Opposition profitiert von neuer Situation in Bukarest
Nach dem Bruch der Koalition zwischen Demokraten (PD) und Liberalen (PNL) hat Premierminister Calin Popescu Tariceanu sein neues Kabinett vorgestellt. Die neue Minderheitsregierung besteht aus Mitgliedern der PNL und des Demokratischen Ungarnverbands (UDMR), die zusammen über 22 Prozent der Stimmen verfügen. Von der neuen Situation werden vor allem die oppositionellen Sozialdemokraten profitieren, schreibt Horia-Roman Patapievici: "Das neue Kabinett von Premier Calin Tariceanu ist in der Hand der Sozialdemokraten (PSD)... Weil die Sozialdemokraten über die meisten Abgeordneten im Parlament verfügen, besitzen sie nun die Möglichkeit, die Agenda der Minderheitsregierung zu kontrollieren und festzulegen. Die Sozialdemokraten sind in der Opposition verblieben und haben so das Privileg gewonnen, zur selben Zeit sowohl mit regieren zu können als auch Opposition zu sein. Da die Grenzen verschwimmen, hat die PSD eine einzigartige Position erreicht, mit der sie ihren Wahlsieg 2008 vorbereiten kann. Sie profitiert von allen Erfolgen der Tariceanu-Regierung und von all deren Fehlern. Die PSD hat die anderen schachmatt gesetzt."
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