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Presseschau / Autorenindex
Petráček, Zbyněk
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Generationenkonflikt um Kundera
Die Solidaritätserklärung elf international renommierter Schriftsteller mit dem tschechischen Autor Milan Kundera, dem der Verrat eines Antikommunisten an das stalinistische Regime im Jahre 1950 vorgeworfen wird, ist unverständlich, findet die konservative Tageszeitung Lidové noviny: "Weshalb stellen sich die Schriftsteller ohne Kenntnis der Vorgänge derart hinter Kundera, der selbst schweigt?... Lange hörten wir, dass wir uns bei der Aufarbeitung der Geschichte ein Beispiel an den Deutschen nehmen müssten, wo zwanzig Jahre nach dem Krieg die Jungen ihre Eltern nach deren Verstrickung in das NS-System zu fragen begannen. Das waren unangenehme Fragen, sicher. Jetzt, fast zwanzig Jahre nach der Samtenen Revolution [fast gewaltfreier Systemwechsel im November 1989], fragt die junge Generation ihre Eltern. Und was passiert? Sie werden von einheimischen Intellektuellen – inklusive Václav Havel – oder literarischen Weltgrößen gedeckelt."
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Landesweiter Streik in Tschechien
Tschechien stand am heutigen Dienstag vor der größten Streikaktion nach der "Wende". Mehr als eine halbe Million Menschen legten für eine Stunde die Arbeit nieder. Die Aktion richtete sich gegen die Reformpolitik der konservativ geführten Regierung, namentlich im Gesundheitswesen, wo man beispielsweise bei jedem Arztbesuch umgerechnet einen Euro zahlen muss. Die konservative Tageszeitung Lidove Noviny zweifelt am Sinn des Streiks: "Auch die Gewerkschafter bei [Automobilhersteller und Volkswagentochter] Skoda streiken. Ihre Motivation: sie wollen ähnliche Bedingungen wie ihre Kollegen im deutschen Wolfsburg. Denken sie vielleicht, dass sie auch dann nur einen Euro beim Arzt zahlen müssen, wenn sie so viel wie die Deutschen verdienen würden?" Die Realität in Deutschland sehe anders aus. "Eine Ultraschalluntersuchung kostet den Patienten dort 40 Euro, eine Kontrolle beim Zahnarzt 70 Euro. Dazu kommen 10 Euro als Grundpauschale. Macht sage und schreibe 130 Euro."
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Deutscher Nobelpreisträger aus Pilsen
Einer der beiden diesjährigen Nobelpreisträger für Physik, der Deutsche Peter Grünberg, wurde 1939 in der westböhmischen Stadt Pilsen (tschechisch: Plzen) geboren, seine Familie wurde jedoch 1946 vertrieben. Wie soll man damit in Tschechien umgehen, fragt Zbyněk Petráček. "Symptomatisch für die Unsicherheit ist die Berichterstattung der Nachrichtenagentur ČTK. Sie sprach erst von einem 'Deutschen mit tschechischen Wurzeln' und korrigierte das später in einen 'Deutschen - gebürtiger Pilsener'. Dieses Land hat mehrere 'ethnisch nicht-tschechische' Nobelpreisträger, unter ihnen Bertha von Suttner... Doch die Geschichte ist nicht umzukehren und das wollen wir auch nicht. Aber falls die Stadt Pilsen eines Tages nicht weiß, nach wem sie eine Straße benennen soll - der Name Grünberg ist noch frei."
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Diskussion über den Schießbefehl an der deutsch-deutschen Grenze
Zbyněk Petráček zitiert aus dem Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze: "'Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen.' In den James-Bond-Filmen nennt man das eine Lizenz zum Töten. Aber erstens würde der Agent seiner Majestät keine Kinder umbringen und zweitens zitieren wir nicht aus einem Bond, sondern aus einer in Deutschland gefundenen Anweisung, die Schüsse der kommunistischen Grenzer auf Flüchtlinge autorisiert. Es ist einmal mehr Grund genug, das einstige System als verbrecherisch zu bezeichnen. ... Für Tschechien ist das ein Zeichen: Wenn in Deutschland ein solches Dokument erst nach vielen Jahren gefunden wird, dann müssen wir uns über die Nützlichkeit einer Behörde zur Aufarbeitung unserer kommunistischen Verbrechen nicht den Kopf zerbrechen."
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Die AKP gewinnt Wahlen in der Türkei
Zbynek Petracek warnt vor westlicher Panikmache angesichts der klaren Wiederwahl der islamischen Partei von Premier Erdogan bei den Parlamentswahlen in der Türkei: "Wenn in Spanien die [konservative] Volkspartei Wahlen gewinnt oder in Deutschland die CDU, kommt niemand auf die Idee, von einer bevorstehenden neuen Inquisition zu sprechen. Siegt aber in der Türkei die Partei Erdogans, werden sofort die Risiken beschworen. Erdogans Partei hat in der Opposition und in der Regierung getan, was sie konnte, um das Land zu reformieren und es zu den Werten der EU zu führen. Trotzdem wollen in Europa die Debatten darüber nicht enden, ob der Islam überhaupt mit der Demokratie kompatibel ist... Es wäre angemessen, der islamischen Demokratie eine Chance zu geben und ihr erst anschließend ein Zeugnis auszustellen."
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