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Presseschau / Autorenindex
Quinio, Dominique
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Boykott der Pariser Buchmesse
Israel ist Gastland des Pariser Salon du Livre, der vom 14. bis 19. März stattfindet. Zahlreiche arabische Länder wollen deshalb der Veranstaltung fernbleiben. Dominique Quinio ist fassungslos: "Es ist besonders ungerecht, dass sich die Gegner Israels Bücher und diejenigen, die sie schreiben, als Ziel nehmen. Literatur... ist universell: Sie knüpft Beziehungen und, einmal übersetzt, überquert sie Grenzen. Die israelische Literatur, die häufig von der Erfahrung der Shoah geprägt ist, beladen mit dieser unvergleichbaren Last der Menschheit, richtet sich an alle. Zahlreiche israelische Schriftsteller – und das gilt besonders für die beim Salon du Livre vertretenen Autoren – setzen sich für den Frieden und die Schaffung eines palästinensischen Staates ein und bekämpfen die Entscheidungen ihrer Regierung. Es gibt nicht genügend Orte der Begegnung, wo man Ideen austauschen und friedlich debattieren kann, um sich mit einer Politik des 'leeren Stuhls' zufrieden zu geben. Man sollte Bücher und nicht Waffen sprechen lassen: Die Welt hätte mehr davon."
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Ausweitung der Streiks in Frankreich
"Ein Konflikt folgt dem anderen, die Forderungen sind die gleichen", bemerkt Dominique Quinio. Seit heute streiken in Frankreich nicht nur die Eisenbahner, sondern auch die Beamten. "Wenn es umgekehrt ein Thema gibt, das die Proteste zusammenhält, dann ist es die Kaufkraft. Die Verteuerung der Lebenshaltungskosten macht fast alle unzufrieden. Die Gewerkschaften nutzen diesen Punkt, um alle Angestellten, sei es im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft, zu aktivieren. Ganz anders die Regierung: Sie bemüht sich, die Probleme auseinanderzudividieren, indem sie die jeweiligen sozialen Kategorien gegeneinander ausspielt... Ein ausgedehnter Streik schadet der Wirtschaft des Landes schwer. Niemand hat Interesse an einer anhaltenden Blockade. Spätestens Mittwoch sollte jeder verhandlungsbereit sein... Wann fahren die Züge und die Metro wieder?"
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Wirtschaftszeitungen wechseln Eigentümer
Die französische Wirtschaftszeitung 'Les Echos' ist vom Luxuskonzern LVHM gekauft worden, der auch Eigentümer der Wirtschaftszeitung 'La Tribune' ist. 'La Tribune' soll nun wiederum verkauft werden. Die Redaktionen der beiden Zeitungen protestierten, bei 'Les Echos' wird seit zwei Tagen gestreikt. Für Dominique Quinio "bedeutet diese Übernahme nicht nur für die Redakteure von 'Les Echos' eine schlechte Nachricht, sondern zeigt die Wehrlosigkeit der Printmedien überhaupt, vor allem der Tageszeitungen. Zweifel an der Unabhängigkeit der Presse in Hinblick auf politische oder ökonomische Mächte werden so verstärkt... Der geschäftsführende Direktor von LVHM, Bernard Arnault, hat der Mannschaft von 'Les Echos' Unabhängigkeit zugesagt. Es ist im Interesse von LVHM, dass die Zeitung ihre redaktionelle Qualität und Glaubwürdigkeit behält. Dies gilt ebenso für die Wirtschaft wie für die ganze Gesellschaft. Qualität und Glaubwürdigkeit der Medien sind unbezahlbar und auch für einen Luxuspreis nicht zu haben."
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François Bayrou gibt keine Wahlempfehlung
François Bayrou, der französische Präsidentschaftskandidat der Mitte, der im ersten Wahlgang gescheitert ist, hat sich geweigert, eine Wahlempfehlung für den zweiten Wahlgang abzugeben, bei dem die Sozialistin Ségolène Royal gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy antritt. "Die bunte Mischung seiner Wähler, die sich oft mit den traditionellen Parteien überworfen haben, hätte eine autoritäre Wahlempfehlung ohnehin ziemlich bedeutungslos gemacht", kommentiert Dominique Quinio. "Deshalb muss man sich über Bayrous Neutralität nicht wundern, zumal sie trotz der Kritik an den beiden Herausforderern nicht besonders neutral ist: in Bezug auf Nicolas Sarkozy war seine Rede extrem kritisch. Das zeigt zumindest, wem er seine Stimme nicht gibt. Allerdings kann er nicht wissen, ob alle seine Wähler ihm auf diesem Weg folgen. Indem er für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, gewährt er sie auch den sieben Millionen Frauen und Männern, die einen dritten Weg für möglich gehalten hatten; ihnen verspricht er eine neue politische Kraft."
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Orhan Pamuk - die Stimme der anderen Türkei
Dominique Quinio bedauert die Verabschiedung des Gesetzestextes, der die Leugnung des armenischen Völkermordes unter Strafe stellt. "Frankreich hat den armenischen Völkermord 2001 anerkannt. Das war das Entscheidende. War es wirklich notwendig, noch darüber hinauszugehen?... Sollten wir den türkischen Intellektuellen, die an der Vergangenheitsbewältigung in ihrem eigenen Land mitwirken und die die französische Initiative für unratsam halten, weil sie zu einer Radikalisierung des Streits führen könnte, nicht Gehör schenken? Verdienen sie nicht unsere Unterstützung und unser Vertrauen? Unter ihnen auch Orhan Pamuk, dem der Literaturnobelpreis zugesprochen wurde. Diese Auszeichnung gereicht seinem Land zur Ehre und verärgert die türkischen Nationalisten, die ihn, gerade weil er die armenische Frage aufgeworfen hat, vor Gericht gebracht haben. 106 französische Abgeordnete aller politischen Fraktionen haben sich anders entschieden."
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