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Rauscher, Hans
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Österreich gedenkt 1938
"Wir dachten, das wäre endgültig geklärt. Dann gab die ÖVP dem 95-jährigen Otto Habsburg Gelegenheit, im Parlament (!) zum Jahrestag 1938 gefährlichen Unsinn zu reden", fasst Hans Rauscher das gestrige Gedenken an den "Anschluss" Österreichs zusammen. "Es gibt selbstverständlich eine Mitverantwortung der Österreicher am Anschluss. Auch deshalb, weil die damalige Staatsführung zwar den Kampf gegen die Nazis führte, aber mit Mitteln, die eine Niederlage geradezu garantierten. Der 'großartige Patriot' Dollfuß (Habsburg) zerstörte die Demokratie und vernichtete die Sozialdemokratie, die er für einen wirkungsvollen Widerstand gebraucht hätte. [Ex-Bundeskanzler Wolfgang] Schüssel hat dies zwar anschließend korrigiert. Dass aber Habsburgs Verharmlosungen ... vom ÖVP-Publikum mit Gelächter und wildem Applaus belohnt wurden, zeigt, wie wenig wirklich geklärt ist."
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Kann eine vollständig Verschleierte vor Gericht aussagen?
Die muslimische Hauptangeklagte im österreichischen Terror-Prozess will nur in Burka aussagen. Nun soll sie von der Verhandlung ausgeschlossen werden, mit dem Argument, Österreich sei kein Gottesstaat und die Geschworenen müssten das Mienenspiel der Angeklagten erkennen können, um sich ein Urteil bilden zu können. Hans Rauscher findet das bedenklich: "In einem Terrorprozess sollten Beweise die Hauptrolle spielen, nicht der subjektive Eindruck der Geschworenen. Das passiert ohnehin zu oft... Die Angeklagte wollte offenbar aussagen, wenn auch mit Burka. Wenn sie schweigen wollte, wäre es etwas anderes. So aber kann sie sich nicht direkt verteidigen. Selbst schuld? Aber auch das Gericht bringt sich um Informationen: Was ist ihr Weltbild, wie groß ist ihre Abhängigkeit vom hauptangeklagten Ehemann? Wir werden es von ihr nicht erfahren. Schlecht für sie, schlecht für die Wahrheitsfindung."
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Pflegenotstand in Österreich
Nach jüngsten Erhebungen arbeiten in Österreich rund 40.000 illegale Pflegekräfte, meist aus osteuropäischen Ländern. Für viele Hilfsbedürftige sind inländische Kräfte zu teuer. Hans Rauscher plädiert für eine pragmatische Lösung des Pflegenotstands. "Die 'Ausländerpolitik' dieser Regierung lässt diese Kräfte, die bei Gott keine 'Schlüsselkräfte' sind, nicht herein, EU-Mitgliedschaft hin oder her. Die Gewerkschaften, die sonst keine Sorgen haben, zeigen die 'Illegalen' an und drohen, zig Hilfebedürftige ihrer einzigen Unterstützungsmöglichkeit zu berauben. Die Behörden reagieren, zu ihrer Ehre sei es gesagt, vernünftig. Diese Vernunft muss sich nur noch bis zu Regierung und Gewerkschaft durchkämpfen."
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Endspurt im italienischen Wahlkampf
Hans Rauscher empört sich, dass der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel Berlusconi im Wahlkampf "Alles Gute, lieber Silvio" gewünscht hat. "Berlusconi ist ein schlechter, weil uninteressierter und nur auf den eigenen Vorteil bedachter Europäer. Seine Wiederwahl wäre eine Katastrophe für Italien, das jetzt schon am Rande undemokratischer Verhältnisse dahintaumelt, und für Europa - wegen der Beispielwirkung. Was ist in Schüssel gefahren, für diesen gefährlichen Scharlatan eine derart warmherzige Wahlempfehlung abzugeben? Noch dazu, wo die meisten anderen christdemokratischen Parteien Berlusconi nur mit der Wäscheklammer auf der Nase begegnen, wo sein Gegenkandidat Romano Prodi ein aufrechter Linkskatholik ist und Italiens Finanzen schon einmal saniert und für den Euro reif gemacht hat?"
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Gefängnisstrafe für Holocaust-Leugner David Irving
Wer Neonazis Meinungsfreiheit zubilligen wolle, der habe "überwiegend noch nie wirklich etwas mit Neonazis zu tun gehabt", schreibt Hans Rauscher in einer Kolumne. "Das gern gehörte Argument, man könne 'Meinungsdelikte' nicht verbieten, ist keines. Die Holocaust-Leugner, wie David Irving, haben keine 'Meinung'. Sie wissen ganz genau oder sie können es wissen, dass und wie diese unfassbaren Verbrechen geschehen sind. Sie wollen sie aber leugnen, bagatellisieren, politisch akzeptabel machen. Das ist der entscheidende Punkt. Wer den Nationalsozialismus verharmlost, und zwar fortlaufend und mit erheblichem argumentativem Aufwand, will ihn wieder als politische Möglichkeit installieren. Das ist NS-Wiederbetätigung, nichts anderes."
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