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Presseschau / Autorenindex
Sabuschko, Oksana
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Oksana Sabuschko über Sex und Nationalgeschichte
"Feldstudien über ukrainischen Sex", der international erfolgreiche Roman der ukrainischen Autorin Oksana Sabuschko, ist in ihrer Heimat zu einer Art Bibel der Frauenbewegung geworden. Im Interview mit Werner Bloch erklärt Sabuschko den Erfolg ihres Buches: "Das Schicksal der Nation, die nationale Identität, die Vergangenheit – all diese hochtrabenden Themen wurden in die Sprache des weiblichen Körpers übersetzt. Es war eine Art Liebesgeschichte unserer Nationalgeschichte... Für Schriftsteller ist das [Sex] ein großartiges Laboratorium. Die Protagonisten sind nackt – physisch, geistig und psychologisch. Und doch scheitern die meisten Autoren daran... Kundera legt einfach einen Menschen ins Bett, und man kann eine Person von allen Oberflächlichkeiten häuten wie eine Zwiebel. Ich liebe das. Kundera geht mir allerdings auf die Nerven, weil er so ein Macho ist. Ich wollte ihm etwas Weibliches entgegensetzen."
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Oksana Sabuschko über die Parodie einer Revolution
Als "Simulakrum dritter Ordnung" beschreibt die ukrainische Autorin Oksana Sabuschko die Demonstrationen herangekarrter "Blauer" auf dem Majdan in Kiew, mit denen die Orange Revolution von ihren Gegnern nachgeäfft werde: "Der traurigste Anblick bietet sich, wenn die 'blauen' Politiker [aus dem Lager des pro-russischen Ministerpräsidenten Wiktor Janukowitsch] von der Bühne herunter zu den Leuten reden: Die Antwort ist verdutztes Schweigen. Dieser schweigsame Majdan – oben die Bühne mit den Lautsprecheranlagen, unten die stumme Masse – ist eine so grelle Metapher für die Beziehung zwischen Sowjetmacht und Sowjetvolk, dass man an ein groteskes Happening glauben möchte oder an einen avantgardistischen Film, der 'Good Bye, Lenin (2)' heißen könnte. Die Politiker des blauen Lagers scheinen tatsächlich zu glauben, man könne mit aus der Provinz angekarrten Statisten das Gegenstück zur Revolution von 2004 inszenieren. Ihr Glaube, die Machthaber (sprich: das Geld) seien zu allem imstande, ist die Grundlage ihrer Weltanschauung, ist ihr Religionsersatz. Offenbar war nach ihrer Auffassung auch die Revolution auf diese Weise zustande gekommen; jetzt versuchen sie sie zu kopieren und verstehen nicht, warum dabei eine so klägliche Parodie herauskommt."
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