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Presseschau / Autorenindex
Sofsky, Wolfgang
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Wolfgang Sofsky über falsche Sicherheit und gefährdete Freiheit
Im Interview mit Julia Encke spricht der Soziologe Wolfgang Sofsky über die Gefährdung von Freiheit und privater Sphäre durch Anti-Terrorgesetze, wie sie derzeit in Deutschland diskutiert werden. "Wir hatten den Antikommunismus, wir hatten den verordneten Antifaschismus, aber wir haben keinen Antitotalitarismus, der auf beiden Augen scharf sieht. Obwohl auf deutschem Boden beide totalitären Regimes zu Hause waren, gibt es keine entwickelte Sensibilität für die Bedrohung der Freiheit… [Bei Erzkonservativen] ist Freiheit eine staatlich befriedete Idylle. In Wahrheit ist die Freiheit eine fortdauernde Aufgabe. Man muss sich für die Freiheit starkmachen, muss Konflikte riskieren, sie erkämpfen und verteidigen. Das ist eine Dauerbeschäftigung, die anstrengend ist. Den Irrglauben an die Sicherheit sollten wir schnell verabschieden. Es gibt begrenzte Sicherheiten, aber letztlich schützt uns niemand vor dem nächsten Terroranschlag. Daher müssen wir lernen, mit einem bestimmten Angstpegel umzugehen. Dazu muss man die Gefahren kennen und darf sie nicht verleugnen."
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Wolfgang Sofsky über die Sinnlosigkeit von Verboten
Der Soziologe Wolfgang Sofsky schreibt eine Polemik gegen die vielen Verbote, die die Gesellschaft bestimmen - von der Zigarette über das Computerspiel bis hin zum Parken in den Innenstädten: "Sobald der Staat die Gesellschaft erobert hat, ist es mit der Freiheit der Bürger vorbei. Die Gesellschaft ist sich ihrer Macht nicht mehr sicher. Mehr und mehr dringt sie selbst auf die Überwachung ihrer selbst. Milde und Nachsicht sind ihr ebenso unmöglich wie das Vertrauen auf die Selbstregulation im Konflikt-Fall. So selbstverständlich ist den Untertanen die Inflation der Vorschriften, dass ihnen der Freiheitsverlust gar nicht mehr auffällt... Verbote haben die Aufgabe, die Angst in der Gesellschaft zu mindern. Aber sie bekämpfen die Angst vor dem Risiko durch die Angst vor Strafen. Je mehr Verbote, desto mehr Angst. Und je höher die Besorgnisschwelle, desto mehr Verbote. So erzeugen Verbote die Gründe ihrer eigenen Verschärfung."
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Wolfgang Sofsky über Influenza-Pandemie
Der Soziologe Wolfgang Sofsky schildert in einem Essay mit gehöriger Angstlust eine mögliche Influenza-Pandemie, mit schätzungsweise 180 bis 360 Millionen Toten: "Die Atemluft - das Medium der Ansteckung - kennt keine Grenzen. Quarantäne und Hygiene, diese bewährten Methoden gegen Tuberkulose oder Cholera, taugen gegen die Influenza kaum. Die Schließung der Flughäfen und die Abriegelung einzelner Landstriche werden den Invasionszug bestenfalls verzögern. Verkehrssperren sind langfristig kaum aufrechtzuerhalten... Schmuggel und das Schleusen von Menschen dürften rapide zunehmen, da viele zu den vermeintlich virusfreien Wohlstandsinseln flüchten. Die Ordnungsmacht muss sich lokaler Bürgerwehren bedienen, um den Zustrom abzuwehren. Obwohl sie den Ausnahmezustand selbst verhängt hat, ist die Souveränität der Exekutive in Gefahr. Das Gewaltmonopol erodiert. Polizisten und Hilfskräfte desertieren, weil auch der öffentliche Dienst von der Seuche dezimiert wird."
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