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Presseschau / Autorenindex


Sorman, Guy


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dziennik - Polen | 05.07.2007

Umweltschutz als Chance für Polens Konservative?

Der französische Schrifsteller Guy Sorman empfiehlt der polnischen Rechten, nach dem Vorbild Großbritanniens Umweltschutz zu ihrem Thema zu machen. "Das Schweigen zu ökologischen Fragen kann den polnischen Konservativen nur schaden. Auf diese Weise lässt die Rechte zu, dass die Linke ökologische Themen zu ihrem Monopol macht. Die grüne Bewegung ist in Polen bis jetzt noch sehr schwach. Die konservativen Parteien sollten nicht warten, bis im linken politischen Spektrum eine starke ökologische Bewegung entsteht, sondern einer solchen Entwicklung strategisch vorbeugen... Man muss deutlich Stellung beziehen und sich der mystisch-religiösen Behandlung dieses Themas widersetzen."

Dziennik - Polen | 06.12.2006

Demokratische und monarchistische Sexskandale

In Polen wird derzeit viel über einen Sexskandal um Vizepremier und Landwirtschaftsminister Andrzej Lepper diskutiert. Ehemalige Mitarbeiterinnen beschuldigen Lepper, Arbeitsstellen in seiner Partei Samoobrona seien nur gegen sexuelle Gegenleistungen zu haben gewesen. Die Medien spekulieren gar über ein Ende der Regierung Kaczynski. "Wie die Öffentlichkeit auf Sex in der hohen Politik reagiert, sagt viel über das jeweilige Land", stellt der französische Philosoph Guy Sorman fest. "Diese Reaktion ist eine Messlatte dafür, ob ein Land christlich und demokratisch ist. Für Frankreich lautet die Antwort beide Male nein. Der sozialistische Präsident Mitterrand hatte zwei Frauen, unterhielt jahrelang mit Staatsgeldern zahlreiche Geliebte und hatte ein uneheliches Kind. Er verheimlichte das nicht und trotzdem gab es keine moralische Empörung und keinen großen Skandal... Wir haben Präsidentschaftswahlen, aber in Wirklichkeit wählen wir einen König. Das französische Volk meint, dem Präsidenten stünden dieselben Privilegien zu wie einem König. Und der hat, das weiß jedes Kind, das Recht auf Liebschaften."

Le Monde - Frankreich | 04.10.2006

Die Redeker-Affäre und die Meinungsfreiheit

Die Tageszeitung veröffentlicht einen Aufruf zugunsten von Robert Redeker, der von rund 20 Prominenten, darunter Alain Finkielkraut und André Glucksmann unterzeichnet ist. "Eine handvoll Fanatiker hetzt gerade mit vermeintlichen religiösen Gesetzen, um – in unserem Land – unsere grundlegenden Freiheiten in Frage zu stellen. Diese Drohung gesellt sich zu dem Wispern, das hier und da in Europa zu hören ist, man solle von nun an 'Provokationen' vermeiden, um nicht fremde Empfindungen zu verletzen... Die Zeiten werden wieder hart in Europa, und daher ist jetzt Mut gefragt. Deshalb appellieren wir feierlich an die Regierung, nicht nur Robert Redeker und die Seinen weiterhin zu schützen, so wie sie es jetzt tut, sondern sich mit einer starken politischen Geste zu verpflichten, sich um sein materielles Wohlergehen so lange zu kümmern, wie er sich in Gefahr befindet. So wie es die englische Regierung für Rushdie getan hat."

Le Figaro - Frankreich | 21.08.2006

Der Fall Günter Grass

"60 Jahre der Lüge also, die zeigen, wie sehr man gleichzeitig ein großer Künstler und sehr unmoralisch sein kann", schreibt der französische Essayist Guy Sorman über Günter Grass. "In dieser Affäre, die vor allem eine deutsche ist, hat der Künstler nicht mehr oder weniger Schuld als auch sein Publikum und die ihn vergötternden Medien... Wir erinnern all diejenigen, die heute in Deutschland und anderswo ihre Kurzsichtigkeit zugeben und Fehlurteile einräumen - oder versuchen, sie zu rechtfertigen - daran, dass es auch möglich war, nicht dem Grass-Fetischismus zu verfallen... Gegenüber Politikern, die demokratisch gewählt sind, aber schutzlos in der Öffentlichkeit handeln, ist man stets misstrauisch. Doch im Gegenzug ist man nie misstrauisch genug gegenüber Künstlern, deren Talent sie verbirgt, zumal, wenn es ein großes Talent ist. Man kann sich vor Magiern, die sich als Moralisten verkleiden, nie genug in Acht nehmen."

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