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Stier, Gabor
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Geopolitik auf dem Vormarsch
Angesichts des Konflikts im Kaukasus prophezeit die konservative Zeitung Magyar Nemzet eine globale Zunahme von geopolitischen Auseinandersetzungen. "Es ist offensichtlich, dass diese Krise nur vordergründig etwas mit Südossetien und Georgien zu tun hat. Vielmehr handelt es sich bei dem Konflikt um den Kampf der Großmächte - im gegenwärtigen Fall zwischen Washington und Moskau - um Einfluss. ... Auf der weltpolitischen Bühne nimmt die Geopolitik wieder zunehmend eine tragende Rolle ein. Dies zeigen die Ereignisse entlang jener Achse, die sich vom Nahen und Mittleren Osten bis hin zur Kaspischen Region zieht. In diesen Kontext gehören auch die militärischen Schauplätze in Afghanistan und im Irak, den amerikanischen Druck auf den Iran und auch der derzeitige Konflikt im Kaukasus. Georgien ist auf diesem Schachbrett nur eine Figur, allerdings - wie der gegenwärtige Konflikt vor Augen führt - nicht bloß ein Bauer. ... Der Kreml tut im Kaukasus heute nichts anderes als die Vereinigten Staaten 1999 auf dem Balkan. Damals holten die USA zum Militärschlag gegen Serbien aus. Das Kosovo-Drehbuch wiederholt sich dieser Tage gleichsam von neuem. Als Präzedenzfall liefert es Russland die Grundlage zum militärischen Eingreifen."
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Saakaschwilis Krieg
Die konservative Zeitung Magyar Nemzet sieht die Hauptschuld für die Eskalierung des Konflikts in Südossetien beim georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili: "Micheil Saakaschwili ist in Nöten. ... Obwohl er mit seiner Rhetorik die Weltpresse beherrscht, mal von einem klaren Sieg, mal vom Rückzug der Truppen spricht, mal von der Aggression Russlands, mal von Demokratie und westlichen Werten schwadroniert (nachdem er Demonstrationen zerschlagen, Wahlbetrug begangen und die südossetische Hauptstadt Zchinwali in Schutt und Asche gelegt hat), ist trotz des Rückenwindes aus dem Westen eines deutlich zu sehen: Der georgische Präsident hat sich ordentlich verkalkuliert. ... Saakaschwili und Georgien haben möglicherweise den größten internationalen Konflikt seit Jahren vom Zaun gebrochen. ... Der georgische Präsident hat seine Wünsche mit der Realität vermischt, und er hat sich dabei sichtlich verschätzt. ... So rechnete er nicht ernsthaft mit Gegenschritten Moskaus. Oder sein Kalkül bestand schlechthin darin, Russland die Aggression in die Schuhe zu schieben. ... Saakaschwili hat jedenfalls ein mächtiges Eigentor geschossen."
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Putins neue Osteuropa-Politik
Ein in Ungarn geplantes Treffen Wladimir Putins mit dem konservativen Oppositionschef Viktor Orban fand nicht statt. Gabor Stier vermutet eine Intervention der Regierung aus wahlkampftaktischen Gründen: "Diese Absage in letzter Minute ist merkwürdig, da sie nicht zur pragmatischen Außenpolitik Putins passt und eine längst vergangene Epoche heraufbeschwört." Mit seiner halbherzigen Erklärung, Russland übernehme die moralische Verantwortung für die Niederschlagung des Aufstands von 1956, "wollte Putin wohl die ungarischen Konservativen versöhnlich stimmen, während er - vielleicht aus Dankbarkeit für die freundlichen Gesten der Regierung - das Treffen mit Oppositionschef Orban absagte. Es ist schwer zu glauben, dass der Zeitpunkt des Staatsbesuchs - einen Monat vor den Wahlen – ganz ohne verdeckte Absichten gewählt wurde. Die Chance, das russisch-ungarische Verhältnis auf eine völlig neue, von ideologischen und emotionalen Konflikten freie Grundlage zu stellen, wurde verpasst."
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