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22.11.2008

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Presseschau / Autorenindex


Tamás, Pál


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Kritika - Ungarn | 01.10.2008

Russland unter Medwedew und Putin

Im Monatsmagazin Kritika reflektiert der Soziologe Pál Tamás über das neue russische Tandem, Dimitrij Medwedew und Wladimir Putin, und die Struktur der russischen Macht: "Auf jeden Fall ist zu sehen, dass die Wahl Medwedews zum Präsidenten das Wesen des politischen Systems in Russland nicht verändert hat. Keinerlei Zeichen deuten darauf hin, dass Medwedew die Mechanismen der Macht strukturell erneuert hätte. Jene zentralisierte Macht, die Putin während seiner zweiten Amtsperiode als russischer Präsident schuf, besteht heute unverändert fort und wird vermutlich noch geraume Zeit so bleiben. Einerseits ist die Person Medwedew selbst gleichsam ein 'Putinsches Projekt', andererseits hätte der heutige Präsident selbst dann, wenn er wollte, nicht die Instrumente dazu, das System umzukrempeln. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu unterstreichen, dass Putin nicht bloß der ehemalige Lenker des bestehenden Systems ist, sondern auch dessen Hauptkonstrukteur und in einem gewissen Sinne auch dessen "zentrales Computersystem", das alles umfasst und koordiniert. Die Rolle Medwedews beschränkt sich hierbei nur auf die formelle Repräsentanz des Systems. Und es hat den Anschein, dass dies lange Zeit so bleiben wird."

Élet és Irodalom - Ungarn | 26.05.2008

"Neopopulismus" in Mitteleuropa

Der Soziologe Pál Tamás macht sich über aktuelle politische Strömungen in Mitteleuropa Gedanken: "Im Gegensatz zu westeuropäischen Tendenzen bilden der Populismus und Neoliberalismus in Mitteleuropa noch keine Synthese. Vielmehr laufen sie sich zuwider. Da zuerst neoliberale Programme auf den Plan traten, waren sie es, die den 'Neopopulismus' hervorriefen. Um neoliberale Reformen auf den Weg zu bringen, bedarf es zu Beginn eines starken Staates, der die politischen Gegner des Marktes in die Schranken weist. ... Die mitteleuropäische Politik - sei es eine linke, rechte, reformorientierte oder neopopulistische - wird in den kommenden Jahren mit der Modernisierung und der Verschlankung des Wohlfahrtsstaates beschäftigt sein. Für die politischen Eliten wird die Kunst darin bestehen, dies zu bewerkstelligen, ohne die Vielzahl der Menschen zu verprellen, die am Wohlfahrtsstaat beharrlich festhalten."

Élet és Irodalom - Ungarn | 08.01.2008

Pál Tamás über die schwindende EU-Begeisterung der Ungarn

Umfragen zufolge hat 2007 die Popularität der EU in Ungarn nachgelassen. Das liege daran, dass die EU vor allem als Elite-Thema gesehen werde, meint der Soziologe Pál Tamás. "Inzwischen ändert sich das Verhältnis zwischen Ungarn und der EU. Zwar verbindet man mit der EU immer noch Brüssel, die Beamten und die Verordnungen – aber zunehmend verwendet man diesen Begriff in der Alltagssprache in seiner eigentlichen Bedeutung... Gleichzeitig ist aber die Ansicht verbreitet, wir seien lediglich EU-Bürger zweiter Klasse. Sie haben uns aufgenommen, indem sie über uns entschieden haben, und nicht wir für uns selbst. Diese Vorstellung kann nur durch Demonstration eigener Interessen, etwa durch selbstständige Entscheidungen in Detailfragen, zerstreut werden."

Magyar Hírlap - Ungarn | 06.11.2006

Pál Tamás über einen Ausweg aus der Krise Ostmitteleuropas

In den Ländern Ostmitteleuropas wird Politik zunehmend zum Spielball einzelner, starker Persönlichkeiten, die ohne Wenn und Aber ihre Ziele durchsetzen, schreibt der ungarische Soziologe Pál Tamás und empfiehlt den ostmitteleuropäischen Eliten, die Regeln des Interessensausgleichs und der Konsensdemokratie zu erlernen. "Viele glauben fälschlicherweise, die Menschen in den neuen Mitgliedstaaten seien enttäuscht von der EU. Doch auch vor der jetzigen Krise bestimmte nicht romantische Liebe das Verhältnis der ostmitteleuropäischen Öffentlichkeit zu Brüssel, sondern es wurde als Vernunftehe gesehen. Diese wird nach wie vor akzeptiert. Doch weder Brüssel noch die Nationalstaaten können den Mittelstand in den neuen EU-Mitgliedstaaten vor den negativen Auswirkungen der Globalisierung schützen. Eine Allianz zwischen dem frustrierten Mittelstand und frustrierten Politikern dieser Länder könnte die ganze Region in eine Stimmung ähnlich der der 30er Jahre versetzen."

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