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Taro, Igor
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Nationalistische Interessen
Die estnische Tageszeitung Postimees ist von der Ankündigung Medwedjews wenig überrascht: "Stellen wir uns vor, im Gebiet Kaliningrad werden tatsächlich Iskander-Raketen stationiert. Was dann? Der Rede von Medwedjew ist schließlich auch die Jahresansprache seines Vorgängers Wladimir Putin vorangegangen, in der dieser eine verstärkte Aufrüstung Russlands ankündigte. … Moskau hat außerdem schon vorher gedroht, sein Atomwaffenarsenal auf Polen und Tschechien zu richten, als diese ihre Verträge mit den USA unterzeichneten. Und warum nicht auch auf die Ukraine, wenn diese nicht aufhört, in die Nato zu streben? Russland wird von nationalistischen Interessen diktiert und neigt zu Abenteuern mit einem aggressiven und expansionslüsternen Unterton, auch wenn das schon fast klingt wie ein Klischee."
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Putins Abschied vom Präsidentenamt
Putin habe in seiner Rede erneut seine Fähigkeit zur Manipulation unter Beweis gestellt, findet Igor Taro. Er messe mit zweierlei Maß: "Putin hat den Westen als einheitliches Ganzes betrachtet und die Sorgen mancher Europäer über den Zustand der Demokratie in Russland abgeblockt, indem er auf die Sünden der Amerikaner in Vietnam vor mehreren Jahrzehnten hinwies... Wir kennen die Stärke des Kernwaffenarsenals Russlands gut genug, um zu wissen, dass ein paar Abwehrraketen in Polen wohl kaum eine Bedrohung der russischen Sicherheit darstellen. Einen demokratischen Wahlkampf hält Putin für nichts anderes als Populismus. Was aber ist ein Monolog vor Fernsehkameras?"
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Trügerische Stabilität in der postsowjetischen Politik
Igor Taro interpretiert das gute Abschneiden der Partei der Regionen von Ministerpräsident Wiktor Janukowitsch bei den ukrainischen Wahlen als trügerischen Wunsch nach Stabilität: "Dieser Wunsch prägt auch die Gesellschaft vieler GUS-Staaten, in denen Wahlen eine rein formelle Funktion haben, zum Beispiel in Weißrussland, Kasachstan oder Russland. In all diesen Ländern herrscht seit 1990 dieselbe Machtelite. Deren vorrangiges Ziel ist aber nicht mehr Wohlstand für die Bevölkerung. Die Menschen im postsowjetischen Raum sollten begreifen, dass sie Wirtschaftswachstum nicht der vermeintlichen Stabilität zu verdanken haben, sondern im Gegenteil: Ausgerechnet in der Zeit, in der sich die politische Krise in der Ukraine zuspitzte, hat sich die Wirtschaft prächtig entwickelt."
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Der 11. September - fünf Jahre danach
Der 11. September habe auch die USA und Russland zusammenrücken lassen, womit vor fünf Jahren noch keiner gerechnet habe, meint Igor Taro. Beide Länder hätten den Begriff vom "Krieg gegen den Terror" vor allem für ihre eigenen Zwecke genutzt. "Den USA hat er ermöglicht, sich mit Gewalt der unbequemen Regimes in Afghanistan und im Irak zu entledigen; Russland hat er grünes Licht für Aktionen in den Kampfgebieten im eigenen Land gegeben: Der Krieg in Tschetschenien konnte nun unter dem Vorzeichen des Krieges gegen den Terror geführt werden... Seit dem 11. September ist es in Russland geradezu Pflicht geworden, hinter jedem Schuss eine Verbindung zu al Qaida zu suchen. Moskau hat dadurch einen Vorwand gefunden, seine föderalen Strukturen zu schwächen - nach der Tragödie von Beslan konnte es diesen lang vorbereiteten Schritt fast problemlos vollziehen. Wer vor fünf Jahren geglaubt hat, dass die entsetzliche Tragödie von New York die Großmächte dazu bringen würde, auf ihre Ambitionen zu verzichten und gemeinsam auf eine bessere Welt hinzuwirken, war einfach nur naiv."
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