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Presseschau / Autorenindex
Ullrich, Wolfgang
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Das kritische Verhältnis zur Kunst
Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich ruft dazu auf, mehr Kritik an der Gegenwartskunst zu wagen. "Statt alles, was als Kunst auftritt, mit Wohlwollen zu überhäufen oder allem Modernen ängstlich auszuweichen, statt nur zu schwärmen oder zu schweigen, sollte man alles, was in den Kanon des Fachs gehören möchte, so nüchtern wie möglich überprüfen. Gerade weil man bei der Bewertung von Kunst keine festen Normen zugrunde legen kann, ist bei jedem Werk eigens zu erörtern, was es bietet und ob es eine wissenschaftliche Beschäftigung verdient. Es gehört zu den größten Versäumnissen der Kunstwissenschaft, dass sie es bis heute nicht geschafft hat, sich von einem naiv-bewundernden, ja devot-gläubigen Verhältnis zur Kunst zu befreien. Deshalb fällt vielen ihrer Vertreter nichts schwerer als eine kritische Auseinandersetzung."
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Surrealismus in der Werbung
"In der Werbung gibt es seit ein paar Jahren eine Vorliebe für surreale Motive: Substanzen gleißen, sprudeln, schweben, die Logik des Raums ist entkräftet, Lichterscheinungen verklären und verfremden das Abgebildete", berichtet Wolfgang Ullrich. Er sieht zwei Gründe, warum surreale Motive in der Werbung Einzug gehalten haben: "Soweit man sich auf Specialeffects zurückzieht, darf man ohne Gefahr übertreiben. Die Übertreibungen aber betreffen eigentlich immer Produkteigenschaften. Und die lassen sich - das ist ein zweiter Grund für die Surrealismen - auf diese Weise besser profilieren." Ullrich berichtet von verfeinerten Methoden, "um nicht nur allgemein die Erwartungen zu erforschen, die gegenüber einem Produkt bestehen, sondern um sogar herauszufinden, in welchen Bildern - Metaphern - die Konsumenten ihre Wünsche bevorzugt denken. Eine Werbeanzeige setzt diese Bilder dann oft einfach nur noch um. Was so surreal anmutet, ist also nichts anderes als eine Summe sichtbar gemachter Tagträume einer konsumseligen Gesellschaft."
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