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Presseschau / Autorenindex


Unger, Leopold


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Gazeta Wyborcza - Polen | 15.09.2008

Leopold Unger über Mitteleuropa

Der Kommentator Leopold Unger definiert in der Gazeta Wyborcza Mitteleuropa und meint, es wahre das Gewissen Europas. "Es gibt ein Mitteleuropa der Erinnerung und Erfahrungen, das Europa des Verkaufs der Tschechoslowakei 1938 in München, ein Europa der Teilung zwischen Hitler und Stalin, ein Europa zwischen Auschwitz und Gulag, das Europa, das nach Jalta auf der falschen Seite der Landkarte geblieben ist, es gibt das Hinterland des Reichs und es gibt die Satelliten der UdSSR, und es gibt endlich ein Europa ehemaliger Dissidenten, Oppositionellen, dieses Europa, das heute so hartnäckig das Primat der Gaslieferungen über der Prinzipientreue nicht anerkennen will. Dieses Mitteleuropa stellte sich als Verteidiger der Revolution in der Ukraine und in Georgien hin ..., und heute - ausgestattet mit der gesammten sowjetischen Erfahrung und einem eingeimpften Misstrauen gegenüber den imperialen Ambitionen des neuen russischen Staates, tritt gemeinsam auf - zu zweit beim Raketenschutzschild, zu sechst zur Verteidigung Georgiens. Dieses Europa will, so wie einst Europa nach Kiew, so heute die NATO nach Tiflis holen. Es will, mit mehr oder weniger Erfolg, den Verstand und das Gewissen des Rests Europas wecken bei dem Versuch Moskaus, 'nahe Nachbarn' wieder zu Satelliten zu machen. ... Solch ein Mitteleuropa existiert. Solch ein Europa gibt es noch nicht."

Gazeta Wyborcza - Polen | 30.01.2008

Kritik an Donald Tusks Devise "Russia first"

Polens Premierminister Donald Tusk fährt am 8. Februar zu politischen Gesprächen nach Moskau. Einen Termin für einen Ukraine-Besuch Tusks gibt es hingegen zwei Monate nach seinem Amtsantritt noch nicht. Leopold Unger kritisiert, die neue polnische Regierung bevorzuge Russland gegenüber der Ukraine. "Aus Warschau hört man Stimmen, dass das Hinauszögern einer Reise des Premiers nach Kiew taktisch-politische Gründe hat: Nicht alles auf einmal, erst die Schlacht um Moskau, nach dem Motto 'Russia first'. Es ist gut möglich, dass dies zutrifft. Es ist ja bekannt, dass Putin die polnische Nähe zu Kiew nicht passt. Aber wie reagiert Polen, wenn andere Staaten nach dem Motto 'Russia first' handeln, zum Beispiel Deutschland?"

Gazeta Wyborcza - Polen | 21.05.2007

EU-Russland-Gipfel endet mit harten Worten

Beim EU-Russland-Gipfel am 17. und 18. Mai in Samara hat sich die deutsche Kanzlerin und EU-Ratspräsidentin Angela Merkel mit dem russischen Präsidenten Putin einen Schlagabtausch über Menschenrechte geliefert. Die Ergebnisse des Gipfels blieben mager. Leopold Unger begrüßt eine harte Haltung der EU gegenüber Russland: "In Samara hat [Putin] das gehört, was die Union ihm schon längst hätte klar und bestimmt sagen sollen: dass sich die EU einer Erpressung nicht beugen wird. Nicht nur, weil Solidarität in kleinen wie großen Dingen - wie bei den drei Musketieren - eine Grundlage der EU ist, sondern vor allem, weil die Erpressungen sonst kein Ende nähmen, wie die jüngste europäische Geschichte gerade gelehrt hat... Europa – sagte [der ehemalige polnische Außenminister] Rotfeld – braucht Russland, aber Russland braucht noch mehr Europa. Jetzt muss man Russland davon überzeugen. Das ist eine Frage der Zeit und der Einheit der EU, einer echten Einheit."

Gazeta Wyborcza - Polen | 24.05.2006

Die EU und Russland wollen ihre Beziehungen verbessern

Russland hat am 19. Mai erstmals den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates übernommen. Für Kolumnist Leopold Unger ist es vor allem ein Skandal, dass nun Russland für sechs Monate den Vorsitz im Europarat übernimmt und der russische Außenminister Sergej Lawrow die europäische Organisation führt, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einsetzen soll. "Russland war und bleibt weit entfernt von den Anforderungen des Rates. Tschetschenien blutet weiterhin, die Rassismusopfer werden immer mehr... Selbst wenn man annimmt, dass Russland mit seinem politischen Erbe mehr Zeit für die Anpassung braucht, war und ist alleine schon die Mitgliedschaft Russlands im Europarat 'moralisch bedenklich'. Und nun der Vorsitz!? Ein Staat, der vor dem Gerichtshof für Menschenrechte Rekorde schlägt - 9.000 russische Klagen (die Türkei hat weniger) - soll die Arbeit einer Institution leiten, die diese Rechte verteidigen sollte."

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