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Presseschau / Autorenindex
Valatka, Rimvydas
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Parlamentswahlen in Litauen
Noch besteht nach dem ersten Durchgang der Parlamentswahlen in Litauen keine Klarheit über die Zusammensetzung der künftigen Regierung, aber die Tageszeitung Lietuvos rytas ist schon heute pessimistisch: "Wir werden die erste Regierung haben, die ein Land ohne Atomkraftwerk und dafür in vollständiger Abhängigkeit von russischem Öl und Gas leitet, und das gab es bislang weder im Kältewinter 1993 noch im Arbeitslosigkeitsherbst 2000. Auch wird die neue Regierung bereits in ihren ersten Amtstagen mit einer stagnierenden Wirtschaft und einem steigenden Haushaltsdefizit konfrontiert, während die Menschen immer unzufriedener werden. Die Rechnungen für Strom und Heizungen steigen, es werden immer mehr Kredite aufgenommen, und deren Bedingungen verschlechtern sich aufgrund der Finanzkrise. Außerdem kommt die Universitätsreform nicht vom Fleck, das Gesundheitswesen tritt auf der Stelle, und die Lehrergehälter wurden nicht erhöht und werden es auch nicht, wenn der Etat nicht steigt."
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Doppelte Staatsbürgerschaft für Litauer?
Litauens Staatspräsident Valdas Adamkus hat den Vorschlag für ein Gesetz, das im Ausland geborenen Kindern von Litauern ermöglichen sollte, zwei Pässe zu besitzen, zur Neuverhandlung an das Parlament zurückgegeben. Die Tageszeitung Lietuvos Rytas bezweifelt den Sinn eines solchen Gesetzes: "Werden die Emigrantenkinder Litauen retten? Ein litauischer Pass ist schließlich nur ein von den Behörden ausgegebenes Papier. Kann er einem Menschen mit litauischen Wurzeln Litauen näher bringen? ... Es wird Zeit, zu begreifen, dass Staatsbürgerschaft nicht dasselbe wie Nationalität ist. Litauen wird nicht von Emigranten geschaffen, so viel Geld sie auch nach Hause schicken mögen, sondern von den Menschen, die in Litauen leben. Und zu diesen gehören wiederum Russen, Polen und künftig vielleicht auch Chinesen und Türken. Nichts gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft im 21. Jahrhundert. Aber man sollte keine Illusionen haben, dass sich dadurch die Nation retten ließe."
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Litauens Imageproblem
Litauen leidet unter seiner mangelnden internationalen Bekanntheit. Die Regierung überlegt nun, den schwer auszusprechenden englischen Namen "Lithuania" zu ändern und Premier Gediminas Kirkilas will mit einer Imagekampagne Litauen als "mutiges Land" präsentieren. Rimvydas Valatka sieht das kritisch: "Was können uns die Marketingexperten überhaupt anbieten? Gut, wir waren das letzte heidnische Volk Europas, die Initiative zum Sturz der Sowjetunion ging von uns aus, wir haben angeblich eine innovative Kultur und starken Unternehmergeist. Aber erinnert das nicht schon fast an sowjetische Propaganda? Was hat es mit Mut zu tun, dass wir später christianisiert wurden?... Schön, dass wir Eindruck machen wollen, aber wollen wir einen idiotischen Eindruck machen?"
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Vorbildliches Estland
Rimvydas Valatka fordert die Litauer auf, sich im Streit Estlands mit Russland um die Bronzestatue solidarisch zu erklären. "Die Esten sind Opfer Moskaus und seiner Gefolgsleute, darunter der deutsche Exkanzler Schröder, den Gasprom für 30 Silberlinge gekauft hat. Manchmal verspotten wir die Esten, doch oft genug beneiden wir sie, denn Estland ist uns immer ein Stück voraus... Selbst nach den Unruhen, die die fünfte Kolonne Moskaus in Tallinn angezettelt hat, können wir noch auf die Esten neidisch sein. Sie haben gezeigt, dass sie über einen funktionstüchtigen Staat verfügen. Ihr Premier hat sich als handlungsfähig erwiesen, ihre Polizei war einsatzbereit und ist professionell gegen die von Moskau gesteuerten Vandalen vorgegangen. Können wir uns so etwas in Litauen vorstellen?"
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