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Presseschau / Autorenindex
van den Boogaard, Oscar
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Wohnen mit dem Auto
Im Berliner Stadtteil Kreuzberg, dessen Bevölkerung zum großen Teil auf einem niedrigen sozialen Standard lebt, werden Luxuswohungen gebaut, die aus Sicherheitsgründen einen eigenen Parkplatz auf der Etage haben. Die Tageszeitung De Standaard kommentiert: "Warum ziehen Leute, die so viel Angst vor ihrer Umgebung haben, dass sie selbst nicht mehr von ihrem Auto zur Haustür laufen wollen, dann nicht einfach in ein anderes Viertel? Die Reichen brauchen Publikum, bewundernde und neidische Blicke. Sie fühlen sich extra geborgen wenn sie wissen, dass außerhalb ihrer 'gated community' die Wölfe auf der Lauer liegen. ... Der Lift für die Luxusautos kann fast fünf Tonnen heben. Also können auch gepanzerte Limousinen mit nach oben. Aber was geschieht, wenn der Lift besetzt ist oder noch schlimmer, kaputt? Dann ist man gezwungen, die Treppe nach unten zu nehmen und zu Fuß (ungeschützt) zwischen all den Bettlern und herumlungernden Jugendlichen ein Taxi zu suchen. Auf einmal ist man dann wieder Mensch zwischen den Menschen und man braucht Vertrauen."
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Oscar van den Boogaard über den Vorteil mangelnden Nationalstolzes
Der niederländische Schriftsteller Oscar van den Boogaard schreibt über seine belgischen Nachbarn: "Die Belgier haben wenig Nationalbewusstsein und noch weniger Nationalstolz. Ihr Land wurde zerstückelt und zugebaut, ihre architektonischen Meisterwerke abgerissen: Unfähig sich zusammenzutun und dagegen zu wehren, haben sie es schweren Herzens zugelassen. Aber der Stolz nimmt langsam zu, und die Belgier sind ein junges Volk. Belgien ist Europa im Kleinen. Eine Ansammlung von Individuen, die sehr unterschiedlich und einander fremd sind und deren Individualität nicht dem Joch einer gemeinsamen Kultur oder Geschichte unterworfen ist. Folglich sind sie die idealen Europäer. Die Holländer sind dermaßen holländisch, die Deutschen dermaßen deutsch und die Franzosen dermaßen französisch, dass sie sich möglichst schnell ihrer nationalen Identität entledigen müssen, um echte Europäer werden zu können. Aber der Belgier ist von Natur aus frei und ungebunden: Jeder kann ein Belgier sein."
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