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Zaremba, Marcin
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Marcin Zaremba über den Pogrom von Kielce 1946
Am 4. Juli 1946, gerade einmal ein Jahr nach dem Ende des Holocaust, ermordeten polnische Bewohner der Stadt Kielce mehr als 40 jüdische Mitbürger. Anlass war das Gerücht, Juden würden in der Stadt Kinder für einen Ritualmord gefangen halten. Der Historiker Marcin Zaremba sieht den Pogrom als Konsequenz der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. "Dass sich der Glaube an Ritualmorde so rapide verbreitete, kann als psychologische Folge der beobachteten Judenvernichtung erklärt werden. Eine Mischung aus Angst und Schuldgefühlen konnten diejenigen empfinden, die aktiv den Deutschen geholfen haben... Das Schuldgefühl ist ein sehr unkomfortables Gefühl. Umso mehr, als es zu einem der wichtigsten Elemente der nationalen Identität im Widerspruch stand: dem Bild des heldenhaften Polen, der für andere leidet... Der Mythos vom Ritualmord erwies sich als eine bequeme Lösung, es schob das Schuldgefühl zur Seite, erneuerte das nationale Stereotyp, stellte die moralische Ordnung wieder her."
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