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Zeh, Juli
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Antimilitarismus in Deutschland
In der Tageszeitung Le Monde setzt sich die deutsche Schriftstellerin Juli Zeh mit dem deutschen Antimilitarismus auseinander: "Wer in Deutschland einen Roman oder einen Film über die Armee produzieren will, muss den Humor wählen. Das Szenario soll nicht zu dramatisch und das Ende nicht zu tragisch sein! ... Dem amerikanischen G.I. wird ... die Rolle der superausgerüsteten Supermacht gewährt. Der deutsche Landser bleibt unter allen Umständen der Komiker der Truppe. Warum? Weil die Satire die einzige Art darstellt, durch welche die Uniform heute in Deutschland verstanden wird. Für die große Mehrheit der Künstler, Schriftsteller und Intellektuellen bleibt die Armee ein Tabu. ... Als ich ins Gymnasium ging, war der Antimilitarismus ein Pflichtdienst. ... Nur Dummköpfe ließen sich einberufen. ... Wer das Gymnasium besuchte, war ein 'Intellektueller', wer als Intellektueller betrachtet wurde, war ein Linker und ein Linker zu sein, bedeutete: gegen die Bundeswehr zu sein. ... Ich habe das Alter überschritten, in dem man sich begnügt, für den Weltfrieden zu sein. Im Gegensatz zu meiner Schulzeit und nach meinem Bosnien-Besuch sehe ich keinen Sinn mehr darin, gegen die Armee zu wettern, die letztendlich eine verfassungsmäßige und notwendigerweise tragische Institution ist. Was nicht heißt, dass ich denke, alle Auslandseinsätze wären jenseits von jeglicher Kritik."
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