Die neue Biographie über den polnischen Journalisten Ryszard Kapuściński von Artur Domosławski kratzt an der Reporterlegende und wirft in Polen erneut die Frage auf, wie man mit der kommunistischen Vergangenheit umgehen soll. Eher als in Deutschland, schreibt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Die Kapuściński-Biographie bewegt die Gemüter nun nicht nur, weil hier ein in Polen gefeierter und international bekannter Autor entheroisiert wird, sondern auch deswegen, weil sie summa summarum gegen eine strenge Verurteilung des sogenannten kommunistischen Regimes gerichtet ist. ... Die Diskussion um die Biographie schreibt sich in die seit Jahren währende Debatte über die Einschätzung des Ancien Régime ein, vor allem über die Frage, wie man die Geschichte Volkspolens schreiben sollte und könnte. ... Es fehlt ein Dazwischen, etwa eine Würdigung der Tausenden von Oppositionellen, die sich in der Solidarność-Bewegung engagiert und die letztlich den Regimewechsel herbeigeführt haben. ... So mancher schaut daher mit Neid auf Deutschland, wo die Demonstrationen von 1989 und die Oppositionellen der DDR, die sich gegen das, was sich in Polen getan hat, bescheiden ausnehmen, immer wieder gewürdigt werden." (10.03.2010)
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