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02.12.2008

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De Standaard - Belgien | 28.11.2008

Email-freier Freitag

Der heutige Freitag ist in Belgien von einer privaten Initiative zum Email-freien Tag ausgerufen worden. Nach Ansicht des Kommentators der Tageszeitung De Standaard ist das keine gute Idee: "Email-freie Freitage führen nur zu mehr Stress am Samstag. Wir können nicht einfach aufhören zu kommunizieren, wir müssen klüger kommunizieren. ... Es gibt mehr im Leben als die Email. Wollen wir am selben Tag noch eine Antwort erhalten? Warum gehen wir dann nicht bei unserem Kollegen vorbei? ... Dasselbe gilt für den Fall, dass der Kollege physisch nicht sofort zu erreichen ist. Dann rufen wir ihn oder sie doch auch an, wenn wir die Information dringend brauchen? Mir scheint, dass der Email-freie Freitag das Problem eher umgeht. Lasst uns den 28. November eher in 'Smart Friday' umbenennen. Der Tag, an dem wir versuchen, die fünf Stunden pro Woche zurück zu gewinnen, die uns der richtige Einsatz der Kommunikationsmittel einbringen würden." (28.11.2008)

Adevărul - Rumänien | 26.11.2008

Lob des Chaos

Der rumänische Philosoph Andrei Plesu schreibt in der Tageszeitung Adevărul, dass der Rumäne immer nostalgisch auf andere Ländern schaue, dass sie 'zivilisierter' seien, die Dinge pünktlich funktionierten. "Die deutsche Ordnung! Busse und U-Bahnen, die punktgenau ankommen, ... braves Schlangestehen am Flughäfen für ein Taxi, das dich nicht betrügt, in dem sich niemand aufregt und niemand die Regierung und das Schicksal beschimpft. Ordnung. Fürsorge. Direktheit. Tradition. Nichts Abenteuerliches, nichts, was an deinen Nerven zehrt und am Leben. Im Unterschied dazu erscheint Rumänien wie eine andere Spezie. Improvisiert, ... zufällig. Das ist unser Chaos. Unser Gegengift zur Langeweile. ... Ordnung ist gut, nur gilt das nicht für alle Bereiche. Wenn man in Italien und in Frankreich (nicht in Deutschland und Österreich) zwischen 15 und 19 Uhr Hunger hat, findet man kein anständiges Restaurant. Man kann in einem Bistro einen Kaffee zu sich nehmen, ein Sandwich, doch ein ganzes Essen - davon kann keine Rede sein. Diese Zeiteinteilung, diese Einladung zur Diät, verstehe ich nicht. ... Kurzum: Bei uns sind die Dinge besser. Alles passiert zwar nur ungefähr, doch mit einer herzhaften Suppe kann man immer rechnen, selbst zwischen den Mahlzeiten." (26.11.2008)

Karjalainen - Finnland | 26.11.2008

Eine Flasche Schnaps pro Finne pro Woche

In seiner Kolumne in der Tageszeitung Karjalainen greift Chefredakteur Kari Kontkanen das alte und immer wieder neue Thema Alkohol in Finnland auf: "Der durchschnittliche Alkoholverbrauch vom Baby bis zum Opa lag in Finnland 2007 bei 10,5 Liter reinem Alkohol - das bedeutet eine Schnapsflasche pro Finne pro Woche. Seit 1970 hat sich der Verbrauch verdoppelt. ... Die Haltung zum Alkohol hat sich aber derart verändert, dass vor allem Getränke, die man zu sich nimmt, um betrunken zu werden, argwöhnisch beäugt werden. ... Völlige Abstinenz tritt immer häufiger auf und auch der Druck, in Gemeinschaft Alkohol zu trinken, ist gesunken. ... Alkohol ist gut für das Herz und für die Adern, aber nur in kleinen Mengen. Große Mengen gefährden vor allem das Gehirn. ... Man wird sehen, ob der wirtschaftliche Abschwung und die Erhöhung der Alkoholsteuer der Lösung des Alkoholproblems dienlich sind. Die Einstellung [zum Alkohol] hat sich in jedem Fall schon verbessert." (26.11.2008)

Jornal de Notícias - Portugal | 20.11.2008

Portugals schlechter Wirtschaftsminister

In einer Bewertung der Leistung der europäischen Wirtschaftsminister durch die Wirtschaftszeitung Financial Times belegt Portugals Wirtschaftsminister Teixeira dos Santos den letzten Platz. Die Tageszeitung Jornal de Notícias schreibt dazu: "Die Financial Times hat herausgefunden, was wir Portugiesen schon seit Längerem wussten: dass unserer Wirtschaftsminister der schlechteste ist. Teixeira dos Santos hat die schlechteste politische und makroökonomische Performance und den am schlechtesten ausgewogenen Staatshaushalt. Auch was die Finanzstabilität betrifft, hat er die schlechteste Bewertung bekommen. Jetzt warten wir gespannt auf eine Bewertung der Vorsitzenden der Zentralbanken. Sollten unter den Bewertungskriterien selbst zugewiesene Gehälter und Privilegien vorkommen, wird Portugals Zentralbankchef Vítor Constâncio gewiss Europa- wenn nicht sogar Weltmeister." (20.11.2008)

De Volkskrant - Niederlande | 19.11.2008

Streit um Rauchen in Kneipen eskaliert

Der Streit ums Rauch in niederländischen Kneipen spitzt sich zu. Immer mehr kleine Kneipen kämpfen ums Überleben und ignorieren daher das Rauchverbot. Gesundheitsminister Ab Klink kündigte harte Strafen an. Die überregionale Zeitung De Volkskrant plädiert für eine pragmatische Lösung: "Lobenswert ist, dass Regierung und Parlament nicht beim erstbesten Protest einer Interessensgruppe in die Knie gehen. Eine konsequente Handhabung der Regeln und Gesetze dient der Autorität und der Glaubwürdigkeit des Staates. Das entlässt die Politik aber nicht aus der Pflicht sich zu fragen, ob die Anstrengungen zum angestrebten Resultat im Verhältnis stehen. Andersherum gesagt: Was spricht dagegen, dem spanischen Beispiel zu folgen und einem Kneipenwirt, der allein hinter der Bar steht, selbst die Entscheidung zu überlassen, ob er Raucher in seinem Betrieb will oder nicht?" (19.11.2008)

Berlingske Tidende - Dänemark | 19.11.2008

City-Maut löst Verkehrsprobleme nicht

Die dänische Hauptstadt steht vor der Einführung einer City-Maut. Die Kopenhagener Tageszeitung Berlingske Tidende meint, dass eine City-Maut allein nicht ausreicht, um das Klima in der Innenstadt zu verbessern: "Die bevorstehenden Umwelt- und Klimaherausforderungen bedürfen eines kombinierten Maßnahmenkatalogs. Viele sind gezwungen, mit dem Auto nach oder durch Kopenhagen zu fahren, weil es keine akzeptablen Alternativen gibt. ... [Daher muss] auch der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Überholmöglichkeiten für den Verkehrsstrom aus dem Norden müssen verbessert werden, an Bahnhöfen und Bushaltestellen müssen mehr Parkplätze entstehen. Private und öffentliche Arbeitsplätze müssen sich anpassen, damit die Mitarbeiter eine größere Flexibilität haben und auch zu Hause arbeiten können." (19.11.2008)

Mozgo Vilag - Ungarn | 14.11.2008

Ungarische Roma im Elend

In der Monatszeitschrift Mozgó Világ zeichnet der Präsident der Stiftung für die Bürgerrechte der Roma, Aladár Horváth, ein düsteres Bild der Situation vieler ungarischer Roma. "Ein Teil der 600.000 bis 800.000 Roma in Ungarn ist heute schlechthin außerstande, mit der Gesellschaft Schritt zu halten. Dazu zählen die Ärmsten, sprich diejenigen, die in Ghettos ein Dasein fristen und die gleichsam jenseits der Gesellschaft leben. Für diese Menschen gibt es keinen Weg zurück. ... Sie sind der Bodensatz der ungarischen Gesellschaft. Wir sprechen hier etwa von 300.000 Menschen. ... Diese Roma waren einst in der Landwirtschaft und Industrie als Hilfsarbeiter beschäftigt. Zur Zeit der politischen Wende 1989/90 verloren sie ihre Arbeit und rutschten in jenes Elend ab, aus dem sie nicht mehr herauskommen. ... Die Lebenserwartung dieser Menschen ist um 15 Jahre niedriger als jene der ungarischen Durchschnittsbevölkerung - 55 bis 60 Jahre. Diese Menschen sind bereits in dritter Generation ohne Arbeit. Es ist die schreckliche Welt einer Existenz auf Sozialhilfe. Die Folge ist die totale emotionale und moralische Verwahrlosung." (14.11.2008)


 

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