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WIRTSCHAFT

Népszabadság - Ungarn | 01.12.2008

Entlassungen in Ungarn

Vor dem Hintergrund der am vergangenen Freitag angekündigten Entlassung von mehr als 3.000 Menschen in der Autobranche in Ungarn macht sich die liberale Zeitung über die Weltwirtschaftskrise Gedanken. "Hätten wir zum Zeitpunkt der Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers gedacht, dass gute zwei Monate später an einem Tag mehr als 3.000 Menschen in Ungarn ihren Arbeitsplatz verlieren? ... Die Weltwirtschaftskrise ist nicht zu bremsen - dies liegt in ihrer Natur. ... Die zweite Welle der Krise ist nun über uns geschwappt. ... Ostmitteleuropa hat sich auf der Weltkarte der Autoindustrie in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zu einem größeren Detroit ausgewachsen. Solange der Automobilmarkt boomte, war dies ein Grund zur Freude. Die plötzliche Verkaufsflaute auf dem Fahrzeugmarkt reißt nun allerdings auch die Gesamtwirtschaft in einen Strudel. Die ungarische Wirtschaft hängt buchstäblich von ihrem Motor ab: Wenn der einmal zu husten beginnt, gibt es nichts, was ihn innerhalb kurzer Zeit zu ersetzen vermag." (01.12.2008)

Sega - Bulgarien | 01.12.2008

Neue Finanzlogik in Bulgarien

In Bulgarien beginne man langsam, die Finanzlogik der EU-Mitgliedschaft zu verstehen, schreibt die Tageszeitung Sega: "Sie widerspricht der Hoffnung und der naiven Vorstellung, dass das Land stark von den EU-Fonds profitiert. ... Bis jetzt kommt das Geld für Brüssel aus dem Staatshaushalt. Das ist ein Fehler, weil man ein Verbraucherverhalten an den Tag legt und nicht sieht, dass man europäische Projekte aus der eigenen Tasche bezahlt. Am besten wäre deshalb, den EU-Beitrag als separate Steuer zu zahlen, die an die Mehrwertsteuer und den Wirtschaftsumsatz gebunden ist. Dann würde auf jeder Rechnung stehen, welcher Anteil eines jeden Preises uns die EU-Mitgliedschaft wert ist. Es wird nicht sofort passieren. Erst in der nächsten Generation werden die Bulgaren einen viel sorgfältigeren Umgang mit Europa pflegen: Man wird Rechnungen zahlen und nicht um fremdes Geld bitten. Vielmehr werden die Summen, die wir einzahlen, diejenigen übersteigen, die wir zurückbekommen. Denn das heute noch ausgebeutete und arme Bulgarien wird eines der Länder mit dem größten Wirtschaftspotential in der EU sein." (01.12.2008)

Les Echos - Frankreich | 28.11.2008

Deutscher Egoismus

Die Wirtschaftszeitung Les Echos kritisiert die deutsche Ablehnung des EU-Rettungspakets: "Seit Beginn der Krise drückt sich Deutschland vor der Arbeit. ... Als Folge wird das Spektrum der Gegensätze innerhalb der Union deutlicher und die Märkte reagieren skeptisch. ... Der deutsche Egoismus wurde überall im Ausland kritisiert, und zwar in solchem Maße, dass [Kanzlerin] Angela Merkel dachte, sie müsse sich am Mittwoch vor dem Bundestag rechtfertigen. ... Der Abfall der Binnennachfrage zwingt die Staaten, diese Aufgabe zu erfüllen. Wenn kein Konjunkturplan verabschiedet wird, könnte die Rezession schnell zur Depression werden. ... Im Bundestag hat Angela Merkel kein drittes Argument ... vorgelegt, das aber in allen Köpfen steht: Wir Deutschen haben uns im Gegensatz zu den anderen Mitgliedstaaten (vor allem Frankreich) um das Budget bemüht; sollte man jetzt ihre Laxheit belohnen? Nicolas Sarkozy sollte sich lieber mit Angela Merkel klar einigen, anstatt so zu tun, als ob er sich mit ihr verstünde: Sie kümmern sich um die Konjunktur, und ich verpflichte mich, mein Defizit drastisch zu reduzieren, sobald der Aufschwung da ist. Das wäre der ideale europäische Plan." (28.11.2008)

El País - Spanien | 28.11.2008

Repsol-Aktien nicht an Lukoil verkaufen

Der ehemalige spanische Wirtschafts- und Finanzminister, Miguel Boyer Salvador, warnt in der Tageszeitung El País vor dem Verkauf von Aktien des spanischen Ölkonzerns Repsol an den russischen Mineralölkonzern Lukoil: "Dass ein ausländisches Unternehmen ein großes Aktienpaket von Repsol kauft, wäre sehr schlecht für die spanische Industrie; aber wenn dieses Unternehmen der russische Konzern Lukoil wäre, erreichte man ein an die Absurdität grenzendes Ausmaß. ... Es stimmt nicht, dass der Hauptaktionär Lukoils mit einem 20-prozentigen Anteil die nordamerikanische Firma Conoco ist, obwohl Lukoil, immer wenn es gelegen kommt, dieses vorgibt. Der Hauptaktionär von Lukoil ist sein Präsident Alekperov, mit 20,4 Prozent, und zusammen mit den Anteilen des Vizepräsidenten Fedun, der 9 Prozent besitzt, kontrollieren sie 29,4 Prozent der Aktien." (28.11.2008)

De Tijd - Belgien | 27.11.2008

Konjunkturplan verdient Vertrauen

Der von der EU-Kommission am Mittwoch vorgelegte Konjunkturplan verdiene Vertrauen, meint die belgische Tageszeitung De Tijd: "Der größte Teil des europäischen Rettungsplans muss von den Mitgliedsstaaten kommen. Aber ist der Plan daher unglaubwürdig? Nein. ... Genau wie bei der finanziellen Krise haben die europäischen Institutionen nicht die Kompetenzen und Etats, um direkt die Probleme zu bekämpfen. Die europäische Koordination ist aber unverzichtbar, um die negative Spirale der nationalen Reflexe zu stoppen. Die Rufe 'Eigene Banken zuerst!' oder 'Eigene Wirtschaft zuerst!' drohen in diesen Krisenzeiten schließlich nicht nur das finanzielle System, sondern auch die in Jahren aufgebaute europäische Zusammenarbeit zu untergraben. Der größte Nutzen der Union wird wegen seiner Selbstverständlichkeit beinahe nicht wahrgenommen: die starke Einheitswährung. Ohne den Euro und alle ökonomischen, haushalts- und währungspolitischen Anstrengungen, die dafür unternommen wurden, wäre die finanzielle und ökonomische Krise noch schlimmer." (27.11.2008)

Neatkarīgā Rīta Avīze - Lettland | 27.11.2008

Rezepte gegen Deflation fehlen

Die Finanzkrise und der sinkende Ölpreis könnten nach Ansicht der Tageszeitung Neatkariga Rita avize bald zu einer Deflation führen, ohne dass Europa darauf hinreichend vorbereitet wäre: "Für den einfachen Bürger klingt es eigentlich ganz nett, wenn die Preise sinken. Aber wenn eine Deflation länger andauert, wirkt sie sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. … Vor allem Großunternehmen mögen keine Deflation, denn sie verringert Gewinnchancen und Wachstumsperspektiven. Allerdings haben die westlichen Staaten zwar Rezepte gegen die Inflation, kennen gleichzeitig aber kaum Wege, um aus der Deflation herauszukommen. So versucht beispielsweise die japanische Regierung seit den Neunzigerjahren, die Deflation in ihrem Land zu überwinden, aber ohne spürbare Ergebnisse." (27.11.2008)

El Mundo - Spanien | 27.11.2008

Lukoil als Privatunternehmen?

Die Tageszeitung El Mundo kritisiert den spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero für seine passive Haltung in Bezug auf den Plan des russischen Mineralölkonzerns Lukoil, Teile der spanischen Repsol zu kaufen: "Das Hauptargument der spanischen Regierung, sich der Verantwortung für den Verkauf Repsols an Lukoil zu entziehen, nach dem diese nur in geringem Maß in Operationen zwischen Privatunternehmen eingreifen dürfe, wird heute in Caracas als lächerlich entlarvt. Dmitrij Medwedjew und Hugo Chávez unterschreiben ein Abkommen, durch das der erste lateinamerikanische Energiekonzern gegründet wird, mit Lukoil und Gazprom auf russischer Seite und der staatlichen Pdvsa aus Venezuela. Kann Präsident Zapatero Lukoil - ein politisches und strategisches Instrument in den Händen von Putin - nach wie vor wie irgendein Privatunternehmen behandeln, das die gleichen Bedingungen hat wie andere?" (27.11.2008)

Dnevnik - Bulgarien | 26.11.2008

EU streicht Bulgarien Fördermittel

Die EU-Kommission streicht Bulgarien wegen der grassierenden Korruption Fördermittel in Höhe von 220 Millionen Euro. Die Tageszeitung Dnevnik zeigt Verständnis für den Schritt der EU. "Die Mitteilung sowie die darauf folgenden Kommentare des Kommissars für EU-Erweiterung Olli Rehn haben nur die Regierung überrascht, deren Mitglieder bis zum letzten Moment munter das Gegenteil behaupteten - nämlich, dass die Mittel nicht verloren gehen. Die Regierung stand vor der unlösbaren Aufgabe, den Status quo aufrecht zu erhalten und dennoch von einem Fortschritt zu berichten. ... Man schrieb die Probleme mit den EU-Fonds nur der angeblich schlechten Kommunikation zwischen Brüssel und Sofia zu. Jetzt ist diese Ausrede weg. Kommissar Olli Rehn sagte nämlich im Klartext, dass das Problem nicht bei der Kommunikation, sondern im Fehlen entscheidender Handlungen liege. Und weil irgendjemand in dieser Situation etwas unternehmen musste, handelte die EU-Kommission." (26.11.2008)

Neatkarīgā Rīta Avīze - Lettland | 25.11.2008

IWF-Hilfe für Lettland

Nach Ungarn verhandelt nun Lettland als zweiter EU-Staat mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über mögliche Finanzhilfen zur Überwindung Wirtschaftskrise. Die Tageszeitung Neatkariga Rita Avize fragt, wie ernst die Lage wirklich ist: "Eine solche Anfrage ist praktisch das Hissen der weißen Fahne. Sie bedeutet, dass ein Staat keine finanziellen Mittel mehr hat, um seine Wirtschaft am Leben zu erhalten und die Stabilität seiner Währung zu gewährleisten. Als Nächstes kommt dann nur noch der Staatsbankrott. Der IWF hat auf diese Weise bereits Pakistan, Ungarn, der Ukraine und Island geholfen. Nun gehört also auch Lettland zur Gruppe der bedrohten Volkswirtschaften. … Aber weder Premierminister Ivars Godmanis noch Finanzminister Atis Slakteris haben gesagt, in welcher Größenordnung die Unterstützung ausfallen soll. Stattdessen verweisen sie ständig darauf, dass erst noch Verhandlungen geführt werden müssen." (25.11.2008)

Der Nordschleswiger - Dänemark | 25.11.2008

Grüne Technologien fördern

Trotz der Finanzkrise herrscht in Dänemarks wachsender "grüner" Industrie Optimismus. Die dänische Regierung will den Firmen, die durch ihre Investitionen Treibhausgase verringern, so genannte CO2-Kredite gewähren, so dass sich für jede Tonne CO2-Einsparung im Ausland ihr Profit im Inland noch erhöht. Die Tageszeitung Der Nordschleswiger lobt die "kluge dänische Politik, solche nationalen CO2-Kredite just zu einer Zeit einzuführen, da sich viele Banken mit Krediten sehr zurückhalten. Auf dieser Grundlage können klimafreundliche Lösungen geschaffen werden, die nicht nur der Umwelt zugute kommen, sondern auch mehr sichere Arbeitsplätze in Dänemark schaffen." (25.11.2008)


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