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Wirtschaft

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WIRTSCHAFT

Standart - Bulgarien | 06.08.2008

Asiatische Rettung für Bulgarien

Die bulgarische Landwirtschaft leidet unter Personalmangel. Der einzige Ausweg ist der Import von Arbeitskräften aus Asien, findet die Tageszeitung Standart: "Eine taugliche Arbeitskraft in Bulgarien zu finden, wird zu einem immer schwierigeren Unterfangen. Auf dem Arbeitsmarkt hat die Nachfrage schon längst das Angebot überholt. Besonders schwierig ist das Problem auf dem Lande: Die Bauern kommen lieber mit der Ernte von zwei- bis dreitausend Quadratmetern Feld und den Produkten von zwei Kühen aus als Arbeitnehmer zu werden. Investoren in der Landwirtschaft und anderen Bereichen können sich schon längst keine Wahl beim Personal gönnen. ... Es ist bekannt, dass die Feldarbeit nicht attraktiv ist und die Löhne unter 500 bis 600 Euro liegen. Dennoch muss man das normale Wettbewerbsumfeld schaffen. Deshalb sollten die Leute der Branche einen Ausweg aus der Situation nur auf dem asiatischen Markt suchen, so wie viele anderen Länder es bis jetzt gemacht haben." (06.08.2008)

Népszabadság - Ungarn | 05.08.2008

Niedriges Wirtschaftswachstum in der EU

Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság analysiert das derzeit niedrige Wirtschaftswachstum in der EU: "Wenn die Prognosen zutreffen, wird das Wachstum in der Eurozone dieses Jahr durchschnittlich 1,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) betragen. ... Gibt es eine Krise? Nein. Zumindest auf weltwirtschaftlicher Ebene kann davon nicht die Rede sein. Die Volkswirtschaften Chinas, Indiens, Russlands und der aufstrebenden Länder Südamerikas wie Brasilien und Argentinien werden weiterhin in rasendem Tempo wachsen. ... Grund für das langsame Wachstum in der EU ist die Tatsache, dass sie auf dem Weltmarkt nicht ausreichend wettbewerbsfähig ist. ... Innerhalb der EU laufen sich derzeit Wirtschaft und Inflation zuwider: Während die Wirtschaft schwächelt, steigt die Inflation. Das Problem ist, dass die maßgeblichen Länder der Eurozone (Deutschland, Frankreich, Italien) keine monetären Mittel haben, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Und die Europäische Zentralbank hat vor der Inflation mehr Angst als vor einer Rezession." (05.08.2008)

The Irish Times - Irland | 05.08.2008

Rezession in Spanien

Die Tageszeitung The Irish Times widmet sich der Rezession in Spanien und den begrenzten Möglichkeiten des Regierungschefs José Luis Rodríguez Zapatero, ihr zu begegnen. "Nach Monaten der bewussten Leugnung muss er zugeben, dass der spanischen Wirtschaft eine Rezession droht, mit einer Arbeitslosigkeit auf einem Zehn-Jahre-Hoch. Die Räder der spanischen Finanzadministration, die besonders durch die Dezentralisierung der Macht an 17 autonome Regionen kompliziert wird, kreischen unter diesem Druck. Zapateros Problem ist, dass seine Minderheitsregierung die Unterstützung kleinerer Parteien braucht, um das jährliche Budget zu verabschieden, aber regionale Rivalitäten machen diese Unterstützung extrem trügerisch. ... Der Erfolg des Regierungschefs, im vergangenen Monat eine Entspannung mit der Oppositionspartei Partido Popular (PP) erreicht zu haben, mag ihm wenig Trost spenden. Die PP hat ihre rechtsextreme Rhetorik aufgegeben, die sie während seiner ersten Amtszeit übte, und kooperiert mit der Regierung in kritischen Bereichen wie Terrorismus und dem Justizsystem. Die Opposition wird ihm jedoch kein Pardon geben auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft." (05.08.2008)

To Vima - Griechenland | 03.08.2008

Verschwörung in der Siemensaffäre?

Laut der Tageszeitung To Vima verfolgen die Ermittler in der Siemensaffäre um Schmiergelder für Regierungsaufträge, wie zum Beispiel die deutsche Staatsanwaltschaft und die US-amerikanische Börsenaufsicht, ganz eigene Interessen: "Die offizielle Version ist ja bekannt. Siemens ... wurde in flagranti erwischt. ... Die deutsche Staatsanwaltschaft hat nach den Enthüllungen ihre eigene Untersuchungen gestartet. ... Lesen Sie diese Nachrichten aber anders, sagen diejenigen, die an Verschwörungen glauben. Die USA hat die Entwicklung der europäischen multinationalen Konzerne gestört, die sowohl ihren im Ausland tätigen Firmen Verträge weggeschnappt haben, als auch versucht haben, in ihr eigenes 'Haus' einzudringen. ... So wurde das administrative Aufsichtssystem des Imperiums in Gang gesetzt - manchmal auch der US-Kongress, um zu zeigen, ... wer der Boss ist. ... Siemens ist aber nicht selbstmörderisch veranlagt, um alles zu gestehen. Die deutschen Behörden ... wissen ganz genau, was läuft und versuchen, die Dinge im Rahmen zu halten. Die Rettung der deutschen Unternehmen interessieren sie viel mehr als die Enthüllung der Wahrheit. Die Wünsche der Amerikaner interessieren sie nur als eine Drohung, die nicht ignoriert werden kann." (03.08.2008)

Népszabadság - Ungarn | 04.08.2008

Teure Transportkosten

Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság argumentiert, dass angesichts der massiven Verteuerung der Transportkosten viele Konzerne ihre Produktion in ihre Herkunftsländer zurückverlegen könnten. "Verteuert sich der Transport, liegt es im Interesse der multinationalen Unternehmen, die Produktion in der Nähe der Abnehmer und Konsumenten anzusiedeln. Sollte das Öl noch lange teuer bleiben, könnten etliche Wirtschaftszweige nach Europa zurückkehren, die in den vergangenen Jahrzehnten nach einem kurzen Zwischenstopp in Ostmitteleuropa nach Asien ausgewandert sind: etwa die Möbel- und Bekleidungsindustrie und ein Teil der Maschinenproduktion. ... Doch auch in der (Wirtschafts-)Politik weht ein neuer Wind: Der Protektionismus ist im Kommen. So wird der freie Handel sogar schon im US-Präsidentschaftswahlkampf infrage gestellt. ... Gleichwohl neigt sich das Zeitalter der Globalisierung nicht seinem Ende zu. Wir stehen jedoch am Anfang einer neuen Phase, die bis zum neuerlichen Sinken der Transportkosten andauern wird. Die Weltwirtschaft braucht jetzt ein wenig Zeit, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen." (04.08.2008)

Kurier - Österreich | 01.08.2008

Die SUV-Legende

Die Tageszeitung Kurier findet die steigenden Zulassungszahlen der von Umweltschützern verhassten "Sport Utility Vehicles" (SUV) in Europa nicht besonders besorgniserregend: "Die europäische Autoindustrie hat zum Aufbau des Feindbildes ihr Scherflein beigetragen, indem sie - spät dran, wie sie bei diesem Trend war - zunächst die großen, lukrativen und für Märkte wie die USA oder Russland benötigten SUV an den Start brachte. Erst mit der zweiten Welle folgen nun die für europäische Dimensionen entwickelten Modelle. Das Bild vom viel zu großen, martialischen Spritfresser für abgehobene Umweltsünder prägt jedoch weiter die Debatte. Wie falsch diese läuft, zeigt ein Blick auf die Zulassungszahlen. Die Zuwächse werden mit Autos wie einem Nissan Qashqai oder VW Tiguan erzielt, die von der Kundschaft als bequemere Alternative zum Kombi geschätzt und vielfach sogar ohne Allradantrieb bestellt werden. Bei den großen Tieren herrscht hingegen Flaute. Für die Statistik stecken sie jedoch alle in der SUV-Lade." (01.08.2008)

Dnevnik - Bulgarien | 01.08.2008

Feind im eigenen Land

Seit bekannt wurde, dass die EU Subventionen für Bulgarien kürzen wird, organisieren die unmittelbar betroffenen Bauern Proteste. Die Tageszeitung Dnevnik sieht den Schuldigen jedoch nicht in Brüssel: "Die eigentliche Ursache für die Bauernstreiks ist, dass die Arbeit des Agrarministerums seit Jahren nicht zufriedenstellend ist. Im Unterschied zu den rumänischen Bauern etwa, die Subventionen pro Kopf registrierten Viehs bekommen, erhalten die bulgarischen keine, weil kein Informationssystem ausgearbeitet ist. Benachteiligt sind auch die Getreideerzeuger, die ein Jahr nach der versprochenen Frist noch nicht die Kompensationen wegen der Trockenheit im 2007 erhalten haben. Noch schlimmer steht es mit den Landwirten mit SAPARD-Projekten und zwar wegen der mangelnden Kontrolle der Beamten [über die Verwaltung der Mittel]." (01.08.2008)


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