05.07.2009
Der spanische Soziologe Salvador Giner spricht im Interview mit Carles Geli über die sozialen und politischen Veränderungen in Spanien. "Was im Norden Europas 120 Jahre gedauert hat, spielte sich hier innerhalb von 30 Jahren ab. Von einer politischen Übergangszeit war oft die Rede, dabei waren die kulturellen Veränderungen viel ungewöhnlicher. Früher wurden in Spanien Kirchen in Brand gesteckt, und Katholiken brachten Freimaurer um. 40 Jahre später sind die Kirchen leer. Das Anzünden von Kirchen ist der Indifferenz gewichen. Das ist ein Riesensprung. Der ethno-kulturelle Sprung hingegen war nicht so groß: Ob man Katalane oder Andalusier ist, wurde wieder wichtig. Die kollektiven Identitäten in Spanien wurden gestärkt. Möglicherweise soll das den Persönlichkeitsverlust ausgleichen... Wir haben keinen Glauben mehr. Der Kirche sind wir genauso indifferent gegenüber wie der kommunistischen Partei."
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