02.12.2008
Der in Paris lebende rumänische Schriftsteller Dinu Flamand schreibt über den großen Erfolg, den der Cannes-Preisträgerfilm "Vier Monate, drei Wochen, zwei Tage" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu derzeit in den französischen Kinos hat. "Mungiu wirft Fragen auf: Warum machen wir Filme, wozu dient Kunst? Sein Film über eine schreckliche, aber banale Abtreibung im realsozialistischen Rumänien ist eine einfache Erzählung mit der Intensität eines antiken Dramas. Alle sind begeistert davon, wie genau die Symbole in diesem Film miteinander korrespondieren. Er bedient sich der Sprache eines furchteinflößenden Alltags und rekonstruiert die soziale Atmosphäre des damaligen Rumänien, ohne in Elends-Ethnographie zu verfallen. So wird den Westlern klar, dass ihre Nachbarn jahrzehntelang in einer Hölle gelebt haben."
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