02.12.2008
In Großbritannien läuft derzeit eine Debatte, ob über den überarbeiteten EU-Vertrag ein Referendum abgehalten werden soll oder nicht. Die Zeitung ist dagegen: "Im 21. Jahrhundert braucht Großbritannien eine Gesellschaft mit gemeinsamen Interessen, die demokratischen Werten verpflichtet ist und in der die Macht fest in den Händen gewählter Politiker ruht. Es braucht eine Europäische Union. Die EU ist kein Gegner des unabhängigen Nationalstaats, sie ist die einzige Möglichkeit für die europäischen Regierungen, mehr Macht in der Weltpolitik zu bekommen. Aber anstatt sie als ein Bollwerk gegen die Kräfte der Globalisierung zu begreifen, wurde die EU inzwischen zum Blitzableiter für alle Ängste, die aufgrund der Machtlosigkeit und der Erosion nationaler Souveränität entstanden sind. Die britischen Politiker haben diesem Prozess Vorschub geleistet, indem sie die Verunglimpfung Brüssels stillschweigend erlaubten oder selbst schamlos dazu anstifteten. Deshalb lastet nun das riesige Gewicht einer möglichen Ablehnung auf einem zerbrechlichen Vertrag... Bei jedem Referendum würde implizit auch über die Mitgliedschaft in der Union abgestimmt und es wäre falsch, eine solche Frage mit diesem Dokument zu verknüpfen."
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