05.07.2009
Petra Kipphoff ist begeistert vom Chorfenster des zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter im Kölner Dom. "Über seine Bilder behält er, auch wenn sie ihm nicht mehr gehören, zumindest insoweit die Hoheit, als ihr Zustand kein endgültiger ist. Die Domfenster aber sind nicht nur materiell seinem Zugriff für immer entzogen, sondern auch durch den Wechsel des Lichteinfalls im Zustand der ständigen Veränderung, auf die er keinen Einfluss hat... Gerade in diesem wechselnden Licht und gerade an diesem Ort wird das Fenster dann allerdings doch zu einem paradigmatischen Kunstwerk des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Anders als in den früheren Bilderzählungen, Figurendarstellungen oder Dekorationsmustern, die in den jeweiligen Rahmen hineingepasst wurden, ist Richters illuminierte Abstraktion nicht durch Lanzette und Rosette bestimmt... Die Vorgaben des Kirchenfensters ignoriert Richter wie beiläufig. Und sprengt den Rahmen dann noch einmal, indem er ihn überstrahlt. 'Es werde Licht' (I. Buch Moses, 1, 3)."
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