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Libération - Frankreich | Donnerstag, 13. März 2008

Giancarlo de Cataldo über das Bauchgefühl der Italiener

Die Italiener reagieren auf komplexe Probleme wie Einwanderung, Waldbrände oder Müllentsorgung nur, wenn das Schlimmste bereits eingetreten ist, meint der italienische Schriftsteller Giancarlo de Cataldo. "Man bezeichnet unsere Unfähigkeit, mit den normalen Spannungen in einer westlichen Demokratie umzugehen, als 'Notstand'... Aber wer glaubt, Italien sei die Geisel einer Politikerkaste und unterwürfiger Journalisten, die die Lebenskraft eines ansonsten ehrlichen und großzügigen Volkes sowie einer vermeintlichen Zivilgesellschaft ersticken, liegt falsch. Die Italiener reagieren kaum auf Appelle für mehr Maß und gesunden Menschenverstand, denn sie denken mit dem Bauch. Eine Sensations-Reportage oder das demagogische Gefasel eines Populisten mit dubiosem Wortschatz haben mehr Einfluss auf den Bauch als Argumente. Das Faible für Notstands-Situationen kommt von unten, die Eliten passen sich bloß an."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 13. März 2008

 

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