02.12.2008
Führende Intellektuelle der Slowakei wie Martin Butora, Grigorij Meseznikov oder Miroslav Kusý warnen in einem offenen Brief, den die liberale Tageszeitung Sme veröffentlicht hat, vor einer Zunahme nationalistischer und rassistischer Töne unter slowakischen Spitzenpolitikern. Hintergrund sind erneute anti-ungarische Ausfälle des Chefs der mitregierenden Nationalpartei, Jan Slota, sowie antisemitische Bemerkungen im Parlament. "Wir beobachten diese Entwicklung schon seit geraumer Zeit mit Beunruhigung. Noch bedenklicher ist die Tatsache, dass fremdenfeindliche Reden keine grundsätzliche Kritik der Koalitionspartner Slotas auslösen. Im Gegenteil, zahlreiche Politiker bagatellisieren nur. Das Niveau der politischen Kultur in der Slowakei gerät somit in eine außerordentlich gefährliche Zone. Nationalistische Rhetorik ist zu einer politischen Waffe geworden, die auf die primitivsten Gefühle und negativsten Stereotypen setzt. Und wenn sich zeigt, dass diese Waffe nützlich ist, wird sie auch von anderen Politikern in der Auseinandersetzung mit den politischen Rivalen benutzt. ... Wir appellieren an die Öffentlichkeit, dazu nicht länger zu schweigen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowakisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Innenpolitik, » Ungarn, » Slowakei Alle verfügbaren Texte von » Martin Butora
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 8. September 2008
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