04.07.2009
Polens konservativ-liberale Regierungskoalition will den Haushalt des Instituts des Nationalen Gedenkens (IPN) kürzen, das für die Aufklärung kommunistischer und nationalsozialistischer Verbrechen zuständig ist. Der Fernsehjournalist Thomasz Lis fordert in einem Gastkommentar für die liberale Tageszeitung Polska die Abschaffung des IPN, weil es gegen den ehemaligen Revolutionshelden und Staatspräsidenten Lech Wałęsa hetze. "Warum soll ich Forschungsfreiheit sponsern, die zur Folge hat, dass schwarz weiß genannt wird und umgekehrt. ... Ich pfeife auf eine Freiheit der Äußerung, die zulässt, dass ein Held der freien Gewerkschaft [Solidarność] Schädling genannt wird, der nicht nur geholfen, sondern eher gestört habe. ... Freiheit ist die größten Opfer wert. Aber Menschen, die die Besten der Besten bespucken, sind nicht viel wert. Wie kann man mit Hochachtung an ein Volk denken, in dem Menschen mit Dreck beworfen werden, denen man in jedem anderen Land mit Respekt begegnen würde. ... Verdienen wir denn Achtung, wenn wir uns selbst nicht achten können? Das 'Institut der Nationalen Hetze' sollte aufhören zu existieren. Die Haushaltskürzung ist eine viel zu milde Strafe."
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Polen Alle verfügbaren Texte von » Tomasz Lis
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 22. September 2008
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