04.07.2009
Der Krieg um Bosnien und Herzegowina endete 1995 unter Führung der USA mit dem Daytoner Friedensabkommen. Der frühere US-Balkan-Beauftragte Richard Holbrooke und der einstige internationale Bosnien-Beauftragte Paddy Ashdown warnen in der Tageszeitung Delo vor dem Zusammenbruch des Staates: "Milorad Dodik, Ministerpräsident der bosnischen Serben (Republika Srpska), einst Liebling der internationalen Gemeinschaft, ... hat die Schwäche des bosnischen Verfassungssystems, die Müdigkeit der internationalen Gemeinschaft, sowie die Unfähigkeit der EU, auf ihren Bedingungen zu beharren, genutzt und in zwei Jahren den Fortschritt Bosnien-Herzegowinas der letzten 13 Jahre gebremst. Er hat die Institutionen des bosnischen Staates sehr geschwächt und die Entwicklung der Föderation zu einem funktionsfähigen und mit der EU vereinbaren Staat fast zum Stillstand gebracht. ... In Folge dessen sind der Argwohn und die Angst, die 1992 zum Krieg geführt haben, wieder erwacht. ... All das und der neu entflammte Nationalismus sind das Ergebnis des Desinteresses der internationalen Gemeinschaft. ... Die Aufmerksamkeit der EU-Außenpolitik gilt in letzter Zeit dem Kosovo, doch Bosnien ist noch immer eine größere und gefährlichere Herausforderung. Es ist noch immer möglich, den Rückschritt des Landes aufzuhalten, wenn die EU aufwacht und wenn die neue US-Administration kooperiert, wenn sich beide für die Erhaltung der Militärpräsenz einsetzen und die langfristige Annäherung an die internationale Gemeinschaft stärken."
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowenisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » EU-Politik, » Südosteuropa Alle verfügbaren Texte von » Paddy Ashdown
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 5. November 2008
Bookmarken bei
Um den kostenlosen Newsletter zu abonnieren oder zu kündigen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein: